Memmingen
«Brüllwürfel» in exzellenter Form

Über 800 Besucher im Kaminwerk - so viele wie noch nie bei einer Live-Veranstaltung - machten den Saal zur berühmt-berüchtigten Sardinenbüchse. Nicht ohne Grund: Schließlich lud kein Geringerer als Frontmann Udo Dirkschneider zum kollektiven Mähnenschütteln ein. Jener prominente Mann, der Ende der 70er die Heavy-Metal-Legende Accept ins Leben rief, die neben den Scorpions dem harten Rock mit dem Gütesiegel «Made in Germany» zu weltweiter Beachtung verhalf.

Dirkschneider, seit seiner Trennung von Accept mit seiner eigenen Band U.D.O. nicht minder erfolgreich, zelebrierte in Memmingen ein unvergleichliches Potpourri aus alten Klassikern seines «A-Teams» und neueren Gassenhauern seiner aktuellen Truppe, die inzwischen immerhin mit mehr Albumveröffentlichungen aufwarten kann als Accept.

Während der Sänger - der ob seiner Körperabmessungen, dem resoluten, manchmal einer Walze gleichkommenden Bühnenhabitus und seiner rauen Stimme von den Fans auch liebevoll «The German Tank» oder «der Brüllwürfel» genannt wird - durch seine exzellente Form besticht, wissen ihn seine Nebenleute (nicht minder martialisch auftretend) stets perfekt in Szene zu setzen: Das berühmte «Gitarrenballett» aus Accept-Tagen, eine ausgefeilte Bühnenchoreografie, die Effektvolle Lichtshow - hier wird Heavy Metal nicht einfach runtergespult, sondern förmlich inszeniert und zelebriert.

Das kommt beim Publikum, das anfangs etwas müde wirkt, an: Schließlich fallen die acht Hundertschaften nahezu geschlossen in die Refrains solcher Accept-Evergreens wie «Metal Heart», «Princess Of The Dawn» und «Balls To The Wall» ein, brüllen U.D.O.-Songs à la «Independance Day», «Vendetta», «Man & Machine» oder «Holy» kräftig mit. Udo & Co. wiederum lassen sich nicht lumpen und spontan zu drei ungeplanten Zugaben hinreißen, um nach knapp zweieinhalb Stunden Spielzeit restlos zufriedene, völlig ausgepowerte Fans zurückzulassen.

Jungspunde trumpfen auf

Nicht unerwähnt bleiben darf das Reutlinger Quintett Kissin Dynamite, das als wohl beste Vorgruppe auftrumpfte, die das Kaminwerk je gesehen hat: Obwohl noch nicht einmal volljährig, spielten die Jungspunde schon so souverän und routiniert wie alte Hasen im Geschäft auf, dass sich mancher Besucher verwundert die Augen rieb. Gut so, damit ist der Heavy-Metal-Nachwuchs Deutschlands in hoher Qualität gesichert.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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