Schwangau / Füssen
Bollywood im Königswinkel?

Krasser könnten Gegensätze kaum sein: Hier die Königsschlösser mit majestätischer Bergkulisse, dort indische Tänze, Traditionen und schmachtende Liebespaare. Und doch könnte beides in absehbarer Zeit im Königswinkel zusammentreffen.

Bollywood, wie die indische Filmindustrie weltweit genannt wird, dreht regelmäßig Filme in den Alpen. «Warum nicht auch einmal bei uns?», fragt sich Thomas Günter von Neuschwanstein Hotels & Events, nachdem er zwölf Tage lang in Delhi, Kalkutta, Madras und Bombay die Werbetrommel für Sehenswürdigkeiten in Bayern und Tirol gerührt hat. Denn bei seinen Treffen mit Reiseveranstaltern ergaben sich auch Gespräche mit Vertretern der indischen Filmindustrie. «Die zeigten sich begeistert von der Kulisse», berichtet der Marketing-Profi aus Schwangau.

«Noch sind das Visionen, noch ist nichts konkret», bremst Günter allzu hohe Erwartungen.

Dennoch hält er es für durchaus realistisch, dass internationale Filmstars wie Shah Rukh Khan eines Tages zu Füßen von Neuschwanstein Herzschmerz und Liebesfreuden à la Rosamunde Pilcher erleben könnten. «Die indischen Filmemacher legen Wert auf Original-Schauplätze», begründet Günter, warum in der Schweiz und in französischen Bergregionen alljährlich Sets für zahlreiche Bollywood-Filme aufgebaut würden.

Doch warum sind ausgerechnet die Alpen so gefragt? Die für uns kurios anmutenden Drehbücher bringen die Bergwelt gezielt als exotische Kulisse ins Spiel - etwa wenn der Leibkoch einer indischen Filmdiva auf deren Europa-Reise eine Schweizer Wirtshaus-Betreiberin mit einem Gala-Menü becircen will.

Indien mit seinen 1,4 Milliarden Bewohnern sei Heimat einer «gigantischen Filmindustrie», so Günter. Nun gelte es, die neuen Kontakte zu pflegen und eventuell Vertreter von Filmstudios für einen Besuch von Neuschwanstein, dem «bayerischen Taj Mahal», zu begeistern.

Wobei Günter bei seinem Indien-Besuch als Delegierter der «Jewels of Romantic Europe» (Juwelen des romantischen Europa, ein Verbund bayerischer und Tiroler Tourismusziele) vor allem Kontakt zu den Reiseanbietern suchte. Schließlich gilt Indien unter Tourismus-Profis als Land mit großem Potenzial.

«Man geht davon aus, dass für 20 Prozent der Menschen dort Auslandsreisen in Frage kommen», verweist der Touristiker etwa auf Hochzeitspaare, die bei ihren Europa-Touren zunehmend Bayern entdeckten. Urlauber aus Indien - das sei auf den ersten Blick ein Widerspruch, räumt Günter mit Blick auf die enormen Armutsraten ein. Auf der anderen Seite erlebe das Land einen Boom im High-Tech- oder IT-Bereich und zähle zunehmend Menschen mit hohem Einkommen.

Schwangaus Tourismuschefin Petra Köpf, die vor einem Jahr bereits eine Gruppe indischer Reisejournalisten zu Gast hatte, ist vom Engagement Günters begeistert, ebenso wie ihr Füssener Kollege Stefan Fredlmeier. «Traumschlösser und herrliche Landschaft - mit dieser Kombination kann man auch Indien punkten», ist er überzeugt.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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