Kaufbeuren
Böse Piraten, Elvis und starke Wikinger

Kaum waren die letzten Silvesterkracher verkauft, fand sich in den Regalen und Warenständern der örtlichen Geschäfte auch schon eine Mixtur aus Faschingskostümen, Perücken und anderen Accessoires wieder. Da nun zahlreiche Faschingsbälle und -umzüge vor der Tür stehen, ist es Zeit, sich die passende Verkleidung zu besorgen.

Neben den Klassikern wie Prinzessin, Cowboy oder Polizist, die besonders bei den kleinen Narren traditionell im Trend liegen, orientieren sich die älteren Semester oft am aktuellen Geschehen, wie Michael Steinmetz vom V-Markt Kaufbeuren weiß. «Heuer sind Wikinger-Kostüme bei den Männern sehr beliebt, das liegt wohl an dem Film von Bully Herbig.» Auch der runde Geburtstag von Elvis Presley führe zu einem verstärkten Absatz von riesigen Glitzersonnenbrillen mit angenähten Koteletten. Auch die durch den Film «Fluch der Karibik» ausgelöste Piratenmanie habe noch nicht nachgelassen, so Steinmetz.

Das bestätigt auch die 16-jährige Sandra, die sich bereits ein Piratenkostüm gekauft hat. «Allerdings gehe ich auch als Teufelin, da ich auf keinem Faschingsball das Gleiche tragen möchte», erklärt sie. Die rund 50 bis 60 Euro, die sie dafür ausgibt, sind jedes Jahr eingeplant.

Dass die Menschen jedes Jahr aufs Neue in Kostüme investieren, weiß auch Florian Freidl, stellvertretender Filialleiter beim Drogeriemarkt Müller. «Der Verkleidungstrend hält trotz Krise an. Es werden weiterhin komplette Garnituren gekauft, anstatt sich die Kostüme mit vorhandenen Materialien selbst zusammenzustellen.» Bei jungen Damen besonders beliebt sei heuer das sogenannte «Bunny-Kostüm» in rosa und schwarz, ein durchaus verführerischer Hase.

Reißenden Absatz finden neben den Kostümen auch Perücken und vor allem Faschingsschminke, wie Peter Röhrle vom gleichnamigen Spielwarengeschäft zu berichten weiß. «Die Kunden achten dabei definitiv auf gute Qualität und zahlen dafür gern etwas mehr.» Schließlich hätte keiner etwas davon, wenn die Schminke nach kurzer Zeit davonlaufe oder verschmiere. Und die künstliche Haarpracht sollte ausgefallene Tanzeinlagen unbeschadet überstehen.

Gruppen kleiden sich einheitlich

Auch Sandras Freund Thomas möchte etwas kaufen, hat dagegen aber noch überhaupt keine Idee, wie er sich verkleiden soll. «Deswegen stöbere ich ja gerade durch die Läden, um mich inspirieren zu lassen.

» Ohne Kostüm auf einen Faschingsball oder Umzug zu gehen, kommt für den 19-Jährigen nämlich gar nicht in Frage. «Verkleiden werde ich mich in jedem Fall, allerdings schaue ich ein wenig nach dem Motto der Bälle - oder ob wir uns eventuell in der Gruppe einheitlich kleiden.»

Diese Vorgehensweise kennt Martin Scheidel von der Saskaler Armee. Die Kostüme, die die Gäste des alljährlichen Faschingsballs tragen, orientieren sich oft am Thema des Abends. «Die Leute geben sich richtig Mühe und fertigen ihre Verkleidung oft selbst.» Besonders toll fand Scheidel die Idee einer Clique, die sich vor einigen Jahren als Chinaböller verkleidet hatten. «Wenn die Ideen originell sind, ist es auch nicht so schlimm, wenn es mal nicht zum Motto passt.»

Während auf den Faschingsbällen vor allem bei Frauen bekanntermaßen die Devise gilt: möglichst wenig Stoff, um viele Blicke auf sich zu ziehen, sieht es beim Faschingsumzug im Freien ganz anders aus. Da das Wetter im Februar bekanntlich nicht allzu freundlich daherkommt, säumen eher verkleidungsunwillige Zuschauer die Straßen der Veranstaltungsorte.

Warm eingepackt

Jochen Bauer, Zunftmeister der Fasnachtszunft Burgenstadl Pforzen, hat dafür durchaus Verständnis. «Die Zuschauer bewegen sich ja während des Umzugs im Gegensatz zu den Teilnehmern nicht wirklich viel. Und über zwei Stunden in der Kälte auszuharren, ist in dünnen Kostümen nicht leicht.» Um durchhalten zu können, rät Bauer deshalb: «Dick einpacken, die rote Nase kommt von allein.»

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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