Lindau / Westallgäu
Blutige Schlägerei nach Ball in Gestratz

Zwar hatte die Gemeinde Gestratz zu ihrem «Tschüss»-Ball am 30. Dezember eigens einen «Security»-Trupp engagiert. Doch auch er konnte nicht verhindern, dass es gegen Ende zu einer blutigen Schlägerei kam. Zwei der Täter konnten ermittelt werden. Sie standen jetzt vor dem Amtsgericht. Gemeinsam mit einem dritten jungen Mann wurden sie zusätzlich wegen eines Einbruchversuchs in Wangen im letzten September verurteilt.

Zwischen 18 und 20 Jahren alt sind jene drei Westallgäuer, die Richter Paul Kind und zwei Schöffen vor sich hatten. Die Sachverhalte der Delikte waren vor Gericht aufgrund von übereinstimmenden Zeugenaussagen und den Geständnissen der Angeklagten schnell geklärt:

Demnach wollten die jungen Männer im September letzten Jahres in einer Wangener Reifenhandlung Geld stehlen. Sie zerstörten die Scheibe des Geschäftes und verursachten einen Sachschaden von rund 6000 Euro. Die vom Lärm wach gewordenen Nachbarn vertrieben die Täter allerdings.

Zwei von ihnen fielen Ende Dezember bereits wieder auf.

Zusammen mit mindestens drei weiteren, bislang nicht ermittelten Männern, besuchten sie den «Tschüss»-Ball in Gestratz und hatten dort weit nach Mitternacht eine Auseinandersetzung mit Jugendlichen aus Argenbühl. Die Sicherheitskräfte verwiesen die Gruppe der Halle. Doch warteten die Männer draußen auf die Argenbühler, und so kam es zur Schlägerei.

Nach den Schilderungen der Beteiligten flogen die Fäuste mehrmals und trafen die Opfer auch noch, als sie bereits zu Boden gegangen waren. In der Folge gab es Prellungen, Schwellungen, blaue Flecken im Gesicht, Rippenprellungen und eine Platzwunde. Die Täter ließen von ihren Opfern ab, als das Kommen der Polizei angekündigt wurde.

Zwei von ihnen konnten aufgrund von Zeugenaussagen ermittelt werden, leugneten jedoch während der Ermittlungen die Tat. Entsprechend lang war die Zeugenliste bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht. Auf die meisten Aussagen konnte freilich verzichtet werden, da die Täter vor Gericht ein Geständnis ablegten.

Unter Alkoholeinfluss seien sie gewesen, sagten die jungen Männer. «Ich weiß nicht mehr viel von dem Abend», sagte einer von ihnen. Auch beim Einbruchsversuch in Wangen sei Alkohol im Spiel gewesen. Das Jugendhilfe-Gutachten bestätigte, dass zwei der drei Angeklagten vom Alkohol leicht zu enthemmen, bislang aber nicht aufgefallen seien.

Anders der 18-jährige dritte Täter. Er brachte fünf Vorstrafen mit in den Gerichtssaal und hat angesichts einer gekündigten Ausbildung auch die schlechteste Zukunftsprognose. Sein Geständnis und die Versicherung, seit Januar dem Alkohol abgeschworen zu haben, brachte ihm eine Bewährungsstrafe von 16 Monaten ein. Richter Kind warnte ihn, dies sei seine «letzte Chance». Die beiden anderen Täter müssen ein beziehungsweise zwei Jugendarrest-Wochenenden hinter sich bringen.

Schmerzensgeld für Opfer

Zudem wurden alle drei Angeklagten dazu verurteilt, Schmerzensgeld an die Opfer sowie Geldstrafen an soziale Einrichtungen zu zahlen. Insgesamt 6000 Euro setzte Richter Kind hierfür an. Das entspricht der Schadenshöhe beim Einbruchversuch in Wangen.

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