Ottobeuren
«Blick jetzt in die Zukunft richten»

Nach dem politischen Streit, ausgelöst durch die Kündigungen für den Ottobeurer Chefarzt Dr.Wolfgang Pflederer und Kliniken-Vorstand Alfons Hawner (wir berichteten), will die CSU-Kreistagsfraktion «den Blick jetzt in die Zukunft richten». Dies hat Fraktionschef Franz Pschierer am Samstag nach einer Klausurtagung der Christsozialen in Ottobeuren betont. Bei einem Pressegespräch in der Klinik äußerte Chefarzt Dr.Stephan Fritz den Wunsch, dass das Haus ein Notarzt-Standort wird.

In Sachen Pflederer und Hawner gebe es in der Kreispolitik weiterhin unterschiedliche Auffassungen, so Pschierer. Doch «bei allen Verwerfungen» gelte es nun, wieder nach vorne zu schauen. Die CSU wolle, dass die Kreiskliniken in Ottobeuren und Mindelheim unter kommunaler Trägerschaft bleiben, so der Fraktionschef. Auch künftig solle in beiden Häusern die medizinische Grundversorgung angeboten werden. Zur Zusammenarbeit der Kliniken sagte Pschierer: «Für den Linksherz-Katheter braucht Mindelheim Patienten aus Ottobeuren.»

Krankenhaus voll belegt

Die Klinik im Kurort sei derzeit «mehr als ausgelastet», betonte Dr. Stephan Fritz, Chefarzt für Unfallchirurgie und Orthopädie. «Wir haben einen Musterstart ins neue Jahr hingelegt.» Im Gespräch mit den CSU-Kreispolitikern plädierte er dafür, in Ottobeuren eine Intermediate Care-Station (siehe Infokasten) für schwerer Erkrankte einzurichten. Zudem brauche man mittelfristig im Unterallgäu ein Kernspin-Tomogramm. Damit kann man Veränderungen an den Weichteilen feststellen, etwa Tumore oder einen Bandscheiben-Vorfall. Als Erschwernis in der täglichen Arbeit bezeichnete es Fritz, dass die Operationssäle in Ottobeuren auf zwei Stockwerke verteilt seien. Der Arzt nahm auch Stellung zur räumlichen Situation nach dem Auszug der Klinik für traditionelle chinesische Medizin (TCM) im Sommer. Für die frei werdenden 600 Quadratmeter hätten «schon viele ihr Interesse angemeldet.

Es gibt hier unzählige Möglichkeiten». In seinen Augen würden sich etwa eine ambulante Rehabilitation für Patienten mit altersbedingten Krankheiten oder eine Privatstation anbieten.

Die Ottobeurer Klinik bemühe sich, ein Notarzt-Standort zu werden, so Fritz weiter. Er wisse zwar, dass dies in der Vergangenheit nicht geklappt habe. Die AOK unterstütze aber dieses Vorhaben und Landrat Hans-Joachim Weirather setze sich hierfür im Rettungs-Zweckverband ein. Zu Kooperationen mit anderen Kliniken sagte Fritz: «Wenn wir an einem Strang ziehen, wird es für alle etwas leichter.»

Der Chefarzt führte die CSU-Fraktion durch die Ottobeurer Klinik. Station gemacht wurde auch an dem Gerät zur Röntgenuntersuchung des Gefäßsystems, das im Zusammenhang mit den Kündigungen eine Rolle gespielt hatte. «Meiner Meinung nach brauchte man ein Gerät dieser Art, auch wenn vielleicht eine Nummer kleiner gereicht hätte», sagte der Chefarzt.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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