Marktoberdorf
Blick auf den Verkehr versperrt

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Wahlwerbung muss sein. Denn Wahlen gehören zur Demokratie. Das steht für Irmgard Schorer völlig außer Frage. Aber die Plakate mit den Kandidatenköpfen sollten Autofahrer und Fußgänger nicht behindern. Im Vorfeld der Wahl haben sich bereits mehrere Leserinnen und Leser an unsere Zeitung gewandt: Einige Tafeln an Laternen versperren den Blick beim Abbiegen, verdecken am Zebrastreifen wartende Fußgänger oder verengen - auf Augenhöhe angebracht - den Gehweg.

Einen Fall schildert Anton Rappold aus Marktoberdorf: Am Zebrastreifen an der Einmündung der Kemptener in die Meichelbeckstraße wäre er fast von einem Auto angefahren worden: Plakate verdeckten ihn, so dass ein Autofahrer trotz des wartenden Fußgängers losfuhr: «Ich musste zurückspringen, weil mich der Autofahrer nicht sehen konnte», schildert der 60-Jährige die Situation.

Doch auch Autofahrer klagen, dass sie sich derzeit extrem vorsichtig in die Kreuzung hinein tasten müssen: Rechts hängt die SPD, schräg links die CSU und links die Bayernpartei. Alles in Höhe der Windschutzscheibe. Zwar sind nicht alle in den Blickachsen der Autofahrer, aber einige versperren den Blick auf die Vorfahrtsraße. «Es sollte nicht erst ein Unfall passieren», ehe der Blick wieder auf den Verkehr statt auf die Kandidaten freigegeben wird, meint Irmgard Schorer.

Auch beim Einparken seien die Plakate auf Augenhöhe teilweise störend, berichtet sie weiter. Denn man müsse sich auf andere Dinge konzentrieren als auf Poster mit Politikern. Schorer ist auch schon mit einem Kandidatenportrait zusammengestoßen. Denn an Laternenpfählen auf weniger als zwei Metern Höhe angebracht, ragen die lächelnden Köpfe in den Gehweg hinein. Ihr gefällt aber auch nicht, wie sehr beispielsweise der Kreisel beim Landratsamt mehrreihig mit Plakaten zugekleistert ist - aber hier geht es mehr um die Optik als um den Verkehr.

Verwaltung will Problemplakate prüfen

Im Rathaus waren die Klagen gestern noch nicht bekannt. Wahlsachbearbeiter Florian Budschied will sich die Problemplakate aber ansehen und die Sichtbehinderung mit der Bauverwaltung abklären. Erst vergangene Woche habe die Verwaltung die Parteien angeschrieben und auf Details hingewiesen. Beispielsweise darauf, dass im Stadtgebiet seit Zulassung zur Wahl (Ende Juli) plakatiert werden darf.

Davon haben bislang noch nicht alle Parteien Gebrauch gemacht. Gebeten wurden die Parteien auch, auf Sichtdreiecke im Straßenverkehr zu achten und die Verkehrszeichen von Plakaten frei zu halten. Dargelegt wurde auch eine Regelung für den Wahltag: Dann müssen Plakate in den Zugangsbereichen der Wahllokale verschwinden. Wahlwerbung ist dort während der Abstimmung verboten.

Ein Auge auf die Plakatierung hat auch die Polizei. Sie achtet ebenfalls darauf, dass den Verkehrsteilnehmern die Sicht nicht versperrt wird. Falls den Ordnungshütern hier Gefahren gemeldet werden oder selbst ins Auge fallen, so Polizeichef Alfred Immerz, dann schreiten die Beamten ein und nehmen Kontakt mit den Parteien auf.

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