Füssen
Bleibt Füssener Nadelöhr bis 2024?

Alles hängt nur an der Politik. Gibt Berlin endlich grünes Licht, dann ist die Umfahrung schnell gebaut: Diese Einschätzung geistert immer wieder durch Füssen. Dass es für derlei Optimismus keinen Grund gibt, machte Michael Rieg vom Staatlichen Bauamt bei der Mobilen Redaktion der Allgäuer Zeitung im «Bräustüberl» deutlich.

Denn selbst wenn das Vorhaben vom Bundestag als «vordringlich» eingestuft wird (was, wie berichtet, frühestens 2014 zu erwarten ist), könnten für die Planung bis zu zehn weitere Jahre vergehen. Die Trasse sei mit dem Status «ökologisches Risiko» belegt - etwa wegen der Biotope an der Kreuzung von B16 und B17, so Rieg. Zudem sei bei Straßenprojekten dieser Größenordnung meist mit zeitintensiven Einwendungen zu rechnen. Ein Baubeginn könnte sich unter schlechten Voraussetzungen also bis 2024 hinziehen. Hinzu komme die Bauzeit von mehreren Jahren.

Doch warum wurde bislang eigentlich nur eine Hälfte der Umfahrung verwirklicht, obwohl die Trasse für das gesamte Bauwerk 1984 beim Raumordnungsverfahren zumindest als Korridor (150 bis 200 Meter beiderseits des Lechs) festgelegt wurde? Warum ging seitdem absolut nichts vorwärts? Schon damals habe man Schwierigkeiten bei der Realisierung des zweiten Abschnitts gesehen, erläutert Rieg.

«Und außerdem war der Abschnitt zwei nie im vordringlichen Bedarf, wir konnten also damals keine Planung starten.» Weil für Abschnitt eins dagegen Baurecht bestanden habe, wurde dieser Teil angepackt - frei nach dem Motto: Was wir haben, haben wir.

Die Folgen sind bekannt: Bis heute keine exakte und verbindliche Trassenführung, keine Detailvermessung, keine Umweltverträglichkeitsprüfung, kein Grunderwerb.

Und weil die Ergebnisse des Raumordnungsverfahrens laut Staatlichem Bauamt bis zum Jahr 1988 befristet waren, sind die damals gewonnenen Erkenntnisse heute nicht mehr zu verwerten. Kurzum: «Wir stehen wieder ganz am Anfang» (raf)

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