Füssen
Blauer Ocker und der Wind

Blauer Ocker - eine einheimische Künstlergruppe, deren neun Mitglieder sich vor 16 Jahren zusammenfanden - lud zur Vernissage ins Kloster St. Mang. Das Thema: Wind. Für die Individualisten war es gar nicht so leicht, sich auf ein Thema zu einigen. Wie schwer es sein kann, den gemeinsamen Nenner zu finden, stellte Alto Gmelch in witzigen Worten klar. War er es, der dem Thema Wind distanziert gegenüberstand? Darauf könnte seine unterkühlt ironische Fotoserie die Antwort geben. Die Kemptener Eugenie Krause und Hannes Natterer an Akkordeon und E-Bass brachten mit Tango, Musette und Jazz Rasse und Klasse in den Saal, in dem sich an die 200 Kunstfreunde drängten. Das Publikum wippte und swingte und das war von Vorteil. Denn die Schwingungen versetzten Veit Lachers filigrane Objekte im Refektorium in Bewegung. Ihm kam die Thematik wohl am meisten entgegen, denn seine kinetischen Metallgebilde brauchen Luftströmungen. Er gruppierte sie um die «Herde mit Hirt», deren weiße Kunststoffkörper wie Flügel im Wind tanzen. Ohne die meist kleinen Galerieräume des Stadtmuseums zu überladen, zeigten die Kunstschaffenden ihre Interpretationen der Thematik, die das Festival «vielsaitig» bestimmt hatte, und fanden bei den Besuchern ein sehr positives Echo. Hubert Perras «Wüstensturm» - eine Menschengruppe stemmt sich kraftvoll gegen den Wind. Er stellt sie vor die Gemälde von Barbara Perras.

Jürgen Klatt, experimentierfreudig wie stets, komponiert ein Ensemble aus Bildern der Stille neben dem Wüten der Windhose (Trombe) und aus Luv und Lee, Plastiken aus geschmolzenen Duschverkleidungen wie malträtierte Boards. Gudrun Gmelch bleibt bei der Fotokunst, lässt weiße Folien als Windsbräute über der Allgäuer Landschaft schweben und erreicht die reizvolle Wirkung durch die Serie großformatiger Bilder im Spiel von Licht und Schatten. Wie in Waltraud Filgertshofers kraftvoll erdfarbenen Bildern steht das Wirken der Naturkräfte mit ihren Gefahren vielfach im Mittelpunkt der sehenswerten Ausstellung.

Termine: Bis 11. Oktober täglich (außer Montag) von 10 bis 17 Uhr in den Museumsräumen im Kloster St. Mang.

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