Bischof Mixa erntet kräftigen Beifall

Von Walter Müller
| Memmingen Diözesanbischof Dr. Walter Mixa und die Ärztin Dr. Kathrin Scheuerl aus dem Unterallgäuer Lauben bestritten eine Veranstaltung des evangelischen Arbeitskreises der CSU Memmingen-Unterallgäu im kleinen Saal der Memminger Stadthalle.

Zusammen mit der Katholischen Landvolkbewegung Unterallgäu hatte Vorsitzender Norbert Schwarzer zum Thema 'Zukunft für Ehe und Familie' eingeladen und mit Bischof Mixa 'einen sehr profilierten Kirchenmann' als Referenten gewonnen. Kathrin Scheuerl, die zusammen mit ihrem Mann schon sieben Jahre in Tansania lebte, wo auch ihre vier Kinder überwiegend aufwuchsen, steuerte die persönliche Note bei. Mixa ('eigene Kinder habe ich nicht, das bringt der Beruf mit sich') berief sich dennoch auf umfassende Gesprächserfahrungen mit Eltern, Kindern und Jugendlichen. Seine durchaus 'gewollt klaren Worte' der letzten Monate, so der Augsburger Oberhirte, seien letztlich auf dringende Bitte des Familienbundes der Katholiken der Diözese gesetzt worden - 'weil die einfach keine Öffentlichkeit für ihre Anliegen fanden'.

Mixa, der ausdrücklich keinerlei Kritik an Müttern hören möchte, die 'bei den gesellschaftlichen Gegebenheiten den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien verdienen müssen', kritisiert aber sehr wohl das 'Prestigeobjekt' des 'einseitigen Krippenausbaus'. Es sei nur ein Traum, 'aber eine Familie, die als Betreuungsgeld die 1500 Euro monatlich erhalten würde, die ein Krippenplatz kostet, könnte sich unbesorgt auf die eigenverantwortliche Betreuung einlassen'. Man dürfe Eltern nicht per se Erziehungsqualität absprechen zu Gunsten einer professionellen Früherziehung, die wiederum durch maßlose Bürokratie blockiert würde. Hier werde die gesellschaftliche Notlage zum Regelfall gemacht, anstatt die Notlage zu bekämpfen. Wahlfreiheit brauche Unterstützung durch Politik und Gesellschaft.

Gerade in unteren, aber auch mittleren Einkommensschichten 'besteht derzeit faktisch keine Wahlfreiheit - und diese wird auch nicht durch ein erhöhtes Angebot an Krippenplätzen verbessert'. Heftigen Applaus im vollen Saal erntete Mixa mit dem Satz: 'Um wirtschaftlich überleben zu können, müssen viele junge Mütter ihre Kinder in staatliche Fremdbetreuung geben - ein Skandal und das Ergebnis einer seit Jahren verfehlten Familienpolitik.' Was Tierschützer für Löwenbabys und Eisbärenkinder reklamierten, dürfe 'dem Menschen nicht streitig gemacht werden!'

Wichtig: Geborgenheit

Dr. Kathrin Scheuerl konnte sich Mixas Forderung nach menschlichen Werten wie Vertrauen, Geborgenheit und emotionaler Bindung anstelle von Konsum und Erwerbstätigkeit nur anschließen. Immer wieder klang aber auch in der abschließenden kurzen Gesprächsrunde durch, dass 'man sich das auch leisten können muss!'

Die laut Mixa zu Recht zum Unwort des Jahres 2007 gekürte 'Herdprämie' sieht auch Staatsminister Josef Miller als eine Diffamierung der dringend nötigen Unterstützung für Familien.

Miller nannte es wichtig, finanzielle Sicherheit für Familien zu schaffen. Der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz dürfe nicht ohne die Wahlmöglichkeit für ein Betreuungsgeld kommen.

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