Ostallgäu
Biomüll wird in Kompostieranlage zu hochwertiger Erde

Bioabfälle werden unter strengen Überwachungskriterien zu Komposterde verarbeitet und in der Landwirtschaft und im Garten- und Landschaftsbau verwertet. Restmüll hingegen wird unter hohem Kostenaufwand verbrannt. Daher setzt sich die Abfallwirtschaft im Landratsamt Ostallgäu dafür ein, dass keine Bioabfälle mehr in die Restmülltonne gelangen: Sie sind zu schade dafür.

Im Landkreis Ostallgäu werden jährlich rund 4000 Tonnen Biomüll erfasst und in der Kompostierungsanlage der Firma Hubert Schmid Recycling und Umweltschutz GmbH in Görisried verwertet. Dort werden die Bioabfälle zerkleinert und mit Strukturmaterial, wie gehäckselten holzigen Gartenabfällen vermischt.

Dieses Material wird in abgeschlossenen Tunneln eingelagert und einer sechs- bis achtwöchigen Rotte unterzogen. Durch die Kapselung des Materials lassen sich Belüftung und Befeuchtung so steuern, dass der Prozess möglichst schnell abläuft. Die Selbsterhitzung auf über 60 Grad sorgt für die nötige Hygienisierung und tötet pathogene Keime (Tierseuchen) und Unkrautsamen ab. Das zu kompostierende Material wird in dieser Zeit mehrfach umgesetzt und vier- bis fünfmal gesiebt. Bei den Siebvorgängen werden grobe Materialien, Steine und sonstige Fremd- und Störstoffe ausgesondert.

Problem mit Störstoffen

Besonders auffällig ist der hohe Kunststoffanteil bei den Störstoffen. Dies kommt im Wesentlichen daher, dass immer wieder Kunststofftüten anstelle von Papiertüten für die Verpackung der Bioabfälle verwendet oder Bioabfälle mit der Kunststoffverpackung entsorgt werden. Störstoffe, wie Kunststoffe oder Steine, erschweren die Verarbeitung der Bioabfälle erheblich. Sie haben im Biomüll nichts verloren und gehören in die Restmülltonne oder zum Wertstoffhof. Sie erhöhen den Aufwand beim Kompostiervorgang und beeinträchtigen die Qualität des fertigen Komposts.

Von der gesamten Inputmenge bleiben knapp 40 bis 45 Prozent Kompost übrig. Die Differenz entsteht durch Wasserverlust, Abbauprozesse und die Absiebung von Steinen und Störstoffen. Die Güte des Komposts wird in regelmäßigen Abständen geprüft und hält nach Angaben des Landratsamtes die strengen Vorgaben für Fertigkompost stets ein. Die Untersuchungen umfassen seuchenhygienische, physikalische und physikalisch-chemische Parameter, Fremdstoffgehalte, Schwermetalle und lösliche bzw. Gesamtgehalte an Pflanzennährstoffen. Das Erzeugnis «Biomüll-Kompost» muss der Bioabfall- und Düngemittelverordnung entsprechen.

Nur dann ist die Ausbringung beispielsweise als Dünger auf landwirtschaftlichen Flächen (Ackerbau) möglich und der Kreislauf vom Produkt zum Abfall und wieder zum Produkt geschlossen.

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