Irsee
Bildungszentrum hat Interesse an Fotovoltaik

Auf der Südostseite der Grundschule soll eine Fotovoltaikanlage installiert werden. Das beschloss der Gemeinderat mit zwei Gegenstimmen. Doch ob die Gemeinde die Anlage in eigener Regie übernimmt, bleibt offen. Denn überraschend hat auch das Schwäbische Bildungszentrum Interesse an einer Pacht der Fläche.

«Das Bildungszentrum hat eine ökologisch nachhaltige Bewirtschaftung als Ziel», erklärte der Leiter Dr. Stefan Raueiser. Deshalb möchte die Einrichtung eine Pilotanlage für Fotovoltaik betreiben, wofür das Dach der Schule von der Gemeinde gemietet werden soll. Das passe in das Gesamtkonzept des Zentrums, wo beispielsweise schon mit Fernwärme aus Biogas geheizt wird. Zudem sei es ein Imagegewinn für die Gemeinde, die obendrein schon ab dem ersten Jahr Mieteinnahmen hätte, so Raueiser.

Bürgermeister Andreas Lieb stand dem Anliegen positiv gegenüber: «Es wäre unklug, dem Bezirk einen Korb zu geben.» Doch das gesamte Dach der Grundschule abzugeben, darauf wollte sich der Gemeinderat noch nicht einlassen: Zuvor solle geprüft werden, wie viel Fläche das Bildungszentrum benötige - der Rest könne dann von der Gemeinde betrieben werden.

Schließlich seien 40 Kilowatt auf dem Schuldach möglich, doch das Zentrum wolle voraussichtlich nur 30 Kw produzieren lassen. Außerdem stünde noch das Dach der Turnhalle mit fast 200 Quadratmetern zur Verfügung, warf Martin Hofmann ein.

Sollte die Gemeinde jedoch Fotovoltaikanlagen selbst betreiben, tendiert der Gemeinderat dahin, die Einnahmen der Kulturstiftung Irsee zu überlassen. Dafür hatte zuvor dessen Vorsitzender Hartmut Bauer geworben: «Das würde uns in die Lage versetzen, über Jahrzehnte aus diesem Fundus die Kultur in der Gemeinde zu unterstützen.» Dazu zähle auch die Vereinsarbeit, betonte Bauer. Wer also wie viele Fotovoltaikanlagen nutzt, bleibt vorerst ungewiss. Aber installiert werden die Module. «Wir wären dumm, wenn wir da jetzt nicht einsteigen», meinte Helmut Lachenmayer.

Räume zu vermieten

Bewegung gab es auch bei der ehemaligen Post im Bürgerhaus. Nachdem dort das Experiment mit dem Dorfladen fehlschlug, will die Gemeinde die Räumlichkeiten wieder ausschreiben. Bislang hielt sie der Gemeinderat zurück, um dort einen möglichen Seniorentreff einzurichten.

Doch nach dem Umbau der örtlichen Bäckerei, wo auch ein Café mit Treffpunkt entstand, sei das überflüssig, meint Lieb. Deshalb solle der Laden wieder vermietet werden, wobei die Nutzung eines Raumes für Feiern auf dem Marktplatz bei Bedarf zur Verfügung stehen sollte.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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