Bilanz Im Ostallgäu seit 1999 viele Millionen für Bauten und Wasserrückhaltung ausgegeben

Marktoberdorf/Ostallgäu | sg | Die Jahrhunderthochwasser von 1999, 2002 und 2005 brachten es an den Tag: Es gibt noch viel zu tun, um die Ostallgäuer Ortschaften vor Überflutung zu schützen. Und in der Tat: Seit acht Jahren ist viel Geld von Bund, Freistaat und Gemeinden in den Hochwasserschutz geflossen. Karl Schindele, stellvertretender Leiter des Wasserwirtschaftsamts Kempten: 'Beim Hochwasserschutz hat das Ostallgäu derzeit einen recht guten Stand'. Für die baureifen Maßnahmen seien in den letzten Jahren die staatlichen Finanzmittel ohne größere Verzögerungen bereitgestellt worden.

Hochwasserschutz eine andauernde Aufgabe

Gemeinden mit in der Pflicht

Allerdings stelle die Mitfinanzierung die Gemeinden oft vor Probleme. Daher könnten die noch geplanten Maßnahmen nur nach und nach verwirklicht werden. Seit 1999 hat der bayerische Staat in Unterhalt und Ausbau der Ostallgäuer Gewässer, die in Stufe I und damit in seinen Bereich fallen, 4 Millionen Euro ausgegeben, für Wildbäche 13,7 Millionen. In den Bereich der Gewässer der Stufen II und III, die weitestgehend in die Zuständigkeit der Gemeinden fallen, sind an Zuschüssen ins Ostallgäu 1 Mio. Euro (Stufe II) und 4,5 Millionen (Stufe III) gegangen.

Beispiel Obergünzburg: Seit 1999 sind in den Hochwasserschutz der Marktgemeinde 1,9 Millionen Euro geflossen. Etwa die Hälfte davon musste die Gemeinde selbst tragen, der Rest wurde über Zuweisungen abgedeckt. Bürgermeister Leveringhaus: 'Ohne die Förderung wären die Baumaßnahmen nicht möglich gewesen.' Die Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt sei hervorragend. Weitere 1,5 Millionen Euro sind für das Rückhaltebecken Tobelbach, einem Seitenbach der Günz, vonnöten. Auch hier kann der Markt mit einer Förderung von 1,1, Millionen Euro rechnen.

Biessenhofens Bürgermeister Erwin Fahr zeigt sich ebenfalls zufrieden mit der fortschreitenden Verbesserung des Hochwasserschutzes auf seinem Gemeindegebiet. Er habe zwar, so sagt er, einmal behauptet, dass 'alles Geld in die Iller' fließe, habe dies aber zurücknehmen müssen. Denn auch in die Wertach, die der Biessenhofener Flur gefährlich werden könnte, sei nun einiges geflossen. Mit staatlichen Zuwendungen habe es keine Probleme gegeben, sagt Fahr, der erst in der vergangenen Woche ein 1,1-Millionen-Projekt an Hochwasserschutz seiner Bestimmung übergeben konnte. Jetzt geht es an den Nebenflüssen weiter.

Aitrang stellt Zuschussantrag

Auch in Aitrang rührt sich was in Sachen Hochwasserschutz. Das Feststellungsverfahren für Maßnahmen soll Mitte Juli eingeleitet werden. Das Genehmigungsverfahren für den naturnahen Ausbau an der Kirnach wird laut Bürgermeister Jürgen Schweikart Ende 2007/Anfang 2008 starten. Ein Zuschussantrag ist in Vorbereitung.

Ebenfalls die Kirnach galt es in Unterthingau zu bändigen. Dies geschah zwischen 2004 und 2007 und kostete 1 Million Euro - 460 000 bekam die Gemeinde an Zuschüssen.

Für einen guten Hochwasserschutz innerorts hat auch bereits die Gemeinde Ronsberg mit einem technischen Ausbau gesorgt. Für weitere Maßnahmen fehlen ihr die Mittel, sie werden laut Bürgermeister Gerhard Kraus für mehrere Jahre ausgesetzt. Als Übergangslösung hat die Gemeinde einen mobilen Damm angeschafft, der bei Bedarf von der Feuerwehr aufgebaut wird.

'Es ist viel geschehen im Ostallgäu', bestätigt Karl Schindele. Aber Hochwasserschutz sei zur Daueraufgabe geworden. 'Natürlich werden die Mittel nicht gleichmäßig auf die Landkreise verteilt, sondern sie fließen dort hin, wo sie notwendig sind', sagt Schindele und weist Kritik, dass mehr Geld ins Ober- als ins Ostallgäu gehe, zurück.

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