Rauchverbot
Bilanz der Memminger Wirte ein Jahr nach der Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes

Vor einem Jahr haben die bayerischen Wähler für das bundesweit schärfste Rauchverbot gestimmt. Seitdem darf in Gaststätten, Bars, Diskotheken und Bierzelten nicht mehr gequalmt werden. Vielen Memminger Wirten ist mit dem Nichtraucherschutzgesetz die gute Laune vergangen: Sie klagen über weniger Gäste und Gewinn sowie über mehr Dreck und Lärm vor den Lokalen.

Einige Wirte berichten, dass sie seit Inkrafttreten des Gesetzes öfter mal ihre Wirtschaft zu lassen. Dagegen ist das Memminger Ordnungsamt mit der Einhaltung des Rauchverbots zufrieden.

Die Tür der Bar Bernitos an der Ecke Kalchstraße/Salzstraße geht nur noch am Wochenende auf: << Öfter lohnt sich nicht mehr >>, sagt Wirt Bernd Schwartner. Denn mit den Zigaretten blieben auch die Gäste aus: << An Werktagen hatte ich über 80 Prozent Umsatzeinbußen. >> Auch am Personal hat Schwartner gekürzt. Neu dazu gekommen seien dagegen << gravierende Beschwerden wegen Lärmbelästigung, wenn die Leute draußen rauchen. >>

Mit Schließung gedroht

Für den Eiskeller, Schwartners Bar am Kempter Tor, sei ihm wegen nächtlicher Ruhestörung sogar mit Schließung gedroht worden. Auch hier gingen mit den Glimmstängeln viele Besucher: << Bis zu 30 Prozent weniger Umsatz.

>> Ob Schwartner auch etwas Positives zu berichten hat? Der Wirt überlegt lange: << Es gibt Einzelne, die sagen, es ist ganz okay, dass nicht mehr geraucht wird. >> Ganz in Ordnung finden es auch die Gäste der Blauen Traube: << Hier hat sich besuchermäßig nix verändert >>, sagt Schwartner über seine Gastronomie in der Fußgängerzone. Denn in dieser durfte schon vor dem Gesetz nicht mehr gequalmt werden: << Das hat mein Vorgänger eingeführt. Weil hier viel gegessen wird. >>

Mehr getrunken als gegessen wird im La Luna in der Lindentorstraße. 95 Prozent der Stammgäste sind Raucher: << Bevor die bei Wind und Wetter draußen stehen müssen, bleiben sie halt zu Hause und qualmen dort >>, sagt Inhaberin Gisela Jahrmann, die selbst hinter dem Tresen steht. Rauchfrei zu arbeiten findet sie nicht angenehmer: << Man riecht andere Gerüche - zum Beispiel Schweiß. >>

In der Pilsbar Treff hat man sich lange gegen das Rauchverbot gewehrt. Dort sind erst heuer im April - nach einer Verhandlung vor dem Amtsgericht - die Zigaretten ausgegangen. Davor hatte Wirt Robert Manz erlaubt, im Sinne der Kunstfreiheit weiter zu rauchen, wenn die Gäste das Leben vor dem Rauchverbot nachspielten.

Gegen das Gerichtsurteil hat Manz Einspruch eingelegt. Mit dem Rauchverbot sei der Umsatz << schlagartig zurückgegangen. Die Rentabilität ist gefährdet. Und vor dem Lokal hab ich Probleme wegen Verschmutzung und Lärm. >>

Zufrieden zeigt sich das Memminger Ordnungsamt mit der Einhaltung des Rauchverbots: << Wir werden immer mal wieder mit Beschwerden konfrontiert, aber das bewegt sich im normalen Bereich >>, sagt Referatsleiter Thomas Schuhmaier, der für die öffentliche Ordnung zuständig ist. Bei Nichteinhaltung des Gesetzes drohe ein Bußgeld, die Konzession dagegen werde << nicht so schnell entzogen >>.

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