Jugendgericht
Betrunkener rammt geparktes Auto

Es war im wahrsten Sinne des Wortes eine 'Schnapsidee': Ein 18-jähriger Kaufbeurer wollte im April nach dem Konsum einer halben Flasche Whiskey partout Autofahren und überredete einen ebenfalls alkoholisierten Arbeitskollegen (19), ihn ans Steuer des Wagens seines Vaters zu lassen. Die Fahrt des jungen Mannes, der noch keinen Führerschein hatte, endete kurz darauf in einer Kollision mit einem am Straßenrand geparkten Auto. An beiden Fahrzeugen entstand Totalschaden in Höhe von insgesamt rund 18 000 Euro.

Die beiden jungen Männer und eine 17-jährige Mitfahrerin blieben unverletzt. Der Unfallverursacher, der damals knapp 1,9 Promille hatte, musste sich jetzt wegen vorsätzlicher Straßenverkehrsgefährdung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis vor dem Jugendgericht verantworten. Sein Kollege wurde der Beihilfe angeklagt.

Während der Unfallfahrer in vollem Umfang geständig war, wies der Mitangeklagte die Vorwürfe von sich: Er sei damals davon ausgegangen, dass sein Kollege einen Führerschein habe und auch fahrtüchtig sei.

Dass er von der schweren Alkoholisierung seines Begleiters trotz des zuvor gemeinsam verbrachten Abends nichts mitbekommen hatte, nahm ihm die Richterin nicht ab. Wörtlich sagte sie: 'Erzählen Sie mir doch kein Blech!

Wenn ich mit jemandem unterwegs bin, mit dem ich gemeinsam gezecht habe, dann stellt sich mir doch die Frage, ob der noch fahren kann.' Der Angeklagte blieb bei seiner Version – auch dann noch, als die damalige Mitfahrerin die Schilderungen des Unfallfahrers bestätigte. Insbesondere beschrieb die Zeugin, wie der 19-Jährige seinen Kollegen hinters Steuer gelassen hatte.

Ihre Versuche, den Betrunkenen vom Losfahren abzubringen, seien gescheitert. 'Wir sind dann um die Ecke gerast und in ein Auto rein,' erinnerte sich Zeugin. Dass der 19-Jährige behauptete, sie sei bei der Fahrt gar nicht dabei gewesen, verschlug ihr für einen Moment die Sprache.

Dann betonte sie: 'Ich war im Auto'. Am Wahrheitsgehalt ihrer Aussage hatten weder der Staatsanwalt noch die Richterin Zweifel. Beide hielten die junge Frau für 'absolut glaubwürdig'

Urteile sind rechtskräftig

Beide Angeklagten wurden schließlich nach Jugend-Strafrecht verurteilt und richterlich verwarnt. Der Unfallfahrer erhielt eine Geldauflage von 700 Euro und eine zehn-monatige Führerschein-Sperrfrist wegen vorsätzlicher Straßenverkehrsgefährdung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Angesichts des hohen Promillewerts hatte die Richterin starke Zweifel daran, dass er nach Ablauf der Frist problemlos den Führerschein wird machen können. D

er Mitangeklagte wurde der Beihilfe schuldig gesprochen und muss ebenfalls 700 Euro bezahlen. Sein im Frühjahr sichergestellter Führerschein bleibt noch acht Monate lang gesperrt. Die Urteile sind rechtskräftig.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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