Oberallgäu
Betrugsvorwurf:Polizist muss vor Gericht

Wegen Betrugsverdachts muss sich ein Polizist aus dem Oberallgäu im März vor dem Amtsgericht Sonthofen verantworten. Der 53-jährige Beamte hatte neben seiner Tätigkeit als Polizist gemeinsam mit seinem Sohn ein Kurierdienst-Unternehmen betrieben. Die Staatsanwaltschaft Kempten wirft ihm unter anderem vor, dabei Kurierfahrer in 13 Fällen um ihre Entlohnung betrogen zu haben. Das bestätigte Amtsgerichts-Direktor Alfred Reichert auf Anfrage unserer Zeitung.

Zudem soll der Beamte einen Fahrer massiv unter Druck gesetzt haben: Der hatte demnach gedroht, nicht mehr für das Kurier-Unternehmen zu fahren und sein Geld einzuklagen. Der Polizist soll dem Fahrer daraufhin angedroht haben, einen - erfundenen - Bußgeldbescheid, den er bisher zurückgehalten habe, zu aktivieren. Der Polizist soll außerdem seinen Dienst-Computer und Verbrauchsmaterial missbräuchlich verwendet haben.

Nachdem Unregelmäßigkeiten bei der Firmenleitung bekannt geworden waren, hatte das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West ermittelt und schließlich den Beamten aus dem Dienst genommen. Laut Polizeisprecher Christian Owsinski sei der 53-Jährige ein bewährter Beamter. Trotzdem habe man aber auf die Vorwürfe angemessen reagieren müssen. Über disziplinarische Schritte könne erst nach Ausgang des Strafverfahrens entschieden werden. (elm)

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