Buchloe
Betrug und Ladendiebstahl haben Hochkonjunktur

Betrug, Veruntreuung, Unterschlagung, Urkunden-, Geld- und Wertzeichenfälschungen oder Erschleichung von Leistungen. Geht es dabei nicht um besonders große Summen oder spektakuläre Fälle, stehen diese Straftaten eher selten im öffentlichen Fokus.

Das weiß auch Otto Hahn. Dabei waren es exakt diese Fälle, die dem Buchloer Polizeichef und seinen Beamten im vergangenen Jahr ungewöhnlich viel Arbeit bereiteten.

So nahm die Zahl der sogenannten Vermögens- und Fälschungsdelikte - unter diesem Sammelbegriff werden die oben aufgezählten Straftaten geführt - im vergangenen Jahr immens zu. Registrierte die Buchloer Polizeiinspektion 2008 noch 115 derartige Fälle, waren es 2009 bereits 185 - ein Anstieg von 60 Prozent.

Für Hahn ist die Entwicklung zu einem Stück weit auch ein Spiegel der aktuellen Wirtschaftslage und ihrer Auswirkung auf die Gesellschaft. Obwohl manchen Menschen das Geld fehle, wollten sie auf bestimmte Dinge eben nicht verzichten, weiß Hahn. Und hin und wieder wage einer dafür auch den Schritt über die Gesetzesgrenze. «Wenn ich von vornherein sicher weiß, dass ich eine Ware oder Leistung nicht bezahlen kann, sie aber dennoch beziehe, ist das eine Straftat», betont Hahn. «Ich täusche dem Verkäufer vor, dass ich solvent bin.» Gerade große Auktionshäuser im Internet bieten perfekte Tummelplätze für allerhand Warenbetrügereien.

Was ebenfalls gut ins Bild passt: Auch die Zahl der Ladendiebstähle stieg im vergangenen Jahr um 25 Prozent auf 50 an, ebenso die der entwendeten Fahrräder (plus zehn Prozent).

848 Delikte insgesamt

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 848 Delikte zur Anzeige gebracht - 27 mehr als im Vorjahr. Erfreulich: Über 70 Prozent der Fälle konnten von den Beamten aufgeklärt werden. Damit liegt die Polizeiinspektion Buchloe drei Prozent über dem Durchschnitt im Präsidium Schwaben Südwest. Ein Wert, der auch Hahn positiv stimmt. Etwas traurig macht den Polizeichef hingegen, dass mit der tragischen Tat in Jengen im vergangenen Jahr auch wieder ein Mord im Bereich seiner Inspektion stattfand.

«Die Arbeit wurde allerdings von der Kriminalpolizei Kaufbeuren geleistet, die für solche Fälle zuständig ist», berichtet Hahn: «Wir waren lediglich in die vorhergehende Vermisstensuche involviert.»

Überhaupt nahm die Gewaltkriminalität in und um Buchloe wieder leicht zu. So wurden neben dem Mord vier Vergewaltigungen und ein Raubdelikt angezeigt. Bei den übrigen 22 Gewaltverbrechen handelt es sich ausschließlich um Fälle der gefährlichen oder schweren Körperverletzung. An sich kein hoher Wert, alarmierend sei laut Hahn jedoch, dass dabei häufig Jugendliche beziehungsweise junge Erwachsene und Alkohol im Spiel waren.

Trotz allem lebe es sich in Buchloe nach wie vor sicher, betont Hahn: «Im Großen und Ganzen kann man schon sagen, dass die Welt hier noch in Ordnung ist.»

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