Wärmestube
Betreuerin der Memminger Wärmestube erzählt von den Menschen, die bei ihr Hilfe suchen

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In der Wärmestube, wo Obdachlose oder Suchtkranke eine warme Mahlzeit bekommen, gelten andere Maßstäbe: Hier zählen nicht Beruf, Kontostand oder Automarke. 'Hier ist es schon ein Erfolg, wenn einer nicht weiter abrutscht', sagt Sozialbetreuerin Carmen Hauptmann. Sie leitet die Wohnungslosenhilfe des Katholischen Vereins für Soziale Dienste seit über einem Jahrzehnt.

<%IMG id='817954' title='Betreuerin der Memminger Wärmestube erzählt von den Menschen, die bei ihr Hilfe suchen'%>Wohnungslosenhilfe – dabei haben die meisten von denen, die am Vormittag in die Hintere Gerbergasse kommen, durchaus eine Bleibe. Und wenn es nur das Memminger Obdachlosenheim im Erlenweg ist, wo sie sich mit anderen eine Toilette und ein Gemeinschaftsbad teilen. Warmes Wasser gibt es hier nur über einen Münzautomaten, für den man sich bei den Stadtwerken Chips abholen muss.

'Die Probleme sind so vielfältig wie die Menschen selbst', sagt Hauptmann. Arbeitslosigkeit, Alkohol, Drogen, Schulden – bei dem einen ist das Konto leer oder sind die Möbel gepfändet, ein anderer hat gleich beides zu verkraften. Dann kommt er in die Hintere Gerbergasse und schmeißt seine schmutzigen Hemden und Hosen in die Waschmaschine neben Hauptmanns kleinem Büro. <%TBR from='inject' id=''%>

Die Tür, die zu ihrem Schreibtisch führt, ist immer offen: 'Freiwilligkeit ist das oberste Gebot. Ich missioniere nicht. Aber ich möchte es so gut wie möglich machen', sagt sie und verwendet dabei erfundene Superlative wie 'richtigst'. 'Man lernt nie aus, aber ich durfte schon ein großes Grundwissen über die Menschen sammeln, die hierher kommen.' Viele würden einige Zeit brauchen, bis sie Vertrauen fassen und sich der Betreuerin öffnen.

<%IMG id='817953' title='Betreuerin der Memminger Wärmestube erzählt von den Menschen, die bei ihr Hilfe suchen'%>Manchmal kommen auch Jugendliche, 15- oder 16-Jährige. Denen will es Hauptmann nicht allzu 'bequem machen', wie sie es nennt. 'Wir bieten Hilfe zur Selbsthilfe. Ein junger Mensch soll sich nicht jahrelang in eine Wärmestube hocken.'

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Wenn Stammgäste verschwinden

Verschwinden Stammgäste von einem auf den nächsten Tag, sind sie 'abgerutscht oder haben einen guten Weg gefunden', sagt Hauptmann. Einen guten Weg fand ein 'Wärmestubler', den SKM-Geschäftsführer Helmut Gunderlach beim Pizzaessen traf: 'Er hat dort als Aushilfe gearbeitet. Aber er wollte nicht mit mir reden, wahrscheinlich, um nicht an sein altes Leben erinnert zu werden.' 

Termin Am Mittwoch, 21. März, ab 20 Uhr findet im Antoniersaal ein Benefizkonzert zugunsten der Memminger Wärmestube statt. Der bekannte Cellist Thomas Beckmann spielt Werke von Bach, Vivaldi und Charlie Chaplin.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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