Kenpten
Besondere Architektur kann einer Region Gäste bringen

Vorarlberg gilt auf diesem Sektor als Paradebeispiel: In dem österreichischen Bundesland hat sich in den vergangenen Jahren eine ganz eigenwillige Architektur entwickelt, eine Mischung aus Historie und Moderne. Davon profitiere auch das Gastgewerbe, behauptete Bibiane Hromas von «Platou», der «Plattform für Architektur im Tourismus» (Wien) auf dem gestrigen Allgäuer Tourismustag im Kemptener Kornhaus. «Architektur macht Gäste» lautete der Titel ihres Vortrages.

Hromas räumte gleich zu Beginn ein, Architektur im Tourismus sei nicht das Allheilmittel. Aber Architektur als ein Faktor von mehreren, die einen Gast entscheiden lassen, wohin er in Urlaub fährt und vor allem ob er wieder kommt, sei lange Zeit unterschätzt worden. In den letzten Jahren, so die Platou-Gründerin, sei viel in Wellness, Service oder Event-Angebote investiert worden. Die Architektur sei da oft ein wenig zu kurz gekommen.

Das Spannungsfeld zwischen Architektur und Urlaub beschreibt Hromas so: Funktionalität ist die Grundvoraussetzung, um einen Betrieb wirtschaftlich zu führen - die Gäste wollen das aber nicht sehen. Eigentlich müssten Hotelzimmer gekachelt sein, weil diese kostengünstig und schnell zu reinigen sind. Aber welcher Gast will schon in einem gefliesten Zimmer übernachten?

Ähnlich verhalte es sich mit dem äußeren Erscheinungsbild. Futuristische Entwürfe ernteten zunächst meist Ablehnung bei der Bevölkerung und Behörden - siehe die geplatzten Pläne eines Cube-Hotels neben der Fellhornbahn bei Oberstdorf (Oberallgäu). Wenn so ein modernes Gebäude jedoch einmal stehe, sei die Akzeptanz groß und könne als wichtiger Marketingfaktor für ein Haus oder eine ganze Urlauber-Destination dienen.

Dass die Baukultur einer Stadt oder einer Region manchmal noch ein unterschätzter Faktor sei, darauf wies auch Kemptens Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer im Kornhaus hin.

Und Alfons Zeller, Vorsitzender des Tourismusverbandes Allgäu/Bayerisch Schwaben erinnerte daran, dass in Paris der Publikumsmagnet Eiffelturm während des Baus stark kritisiert und als überflüssig bezeichnet worden ist.

Auch Moderatorin Bettina Ahne blickte nach Vorarlberg, wo lange über die Seebühne und das Kunsthaus Bregenz diskutiert worden sei. Heute seien dies architektonische Attraktionen, die Gäste anlocken, die sonst nicht kämen.

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