Waal
Besinnlich bis bissig

Besinnlich bis bissig gestalteten die Mehlprimeln ihren Auftritt im Deutschen Haus in Waal. Mit gewohnt scharfer Beobachtungsgabe und spitzer Zunge nahm das Musikkabarett-Duo mit ihrem Programm «Auf die Plätzchen, fertig los» die zunehmende Kommerzialisierung und Sinnentleerung des Weihnachtsfestes in Form von Gedichten und Liedern aufs Korn.

Wen wundert es noch, dass angesichts frühlingshafter Temperaturen und spätestens seit Oktober gut gefüllten Regalen voller Lebkuchen und Plätzchen keine rechte Stimmung mehr aufkommen will. Sogar der Tannenbaum hat da keine rechte Lust mehr auf Weihnachten und wünscht sich, im nächsten Leben ein Bonsai zu sein, mutmaßten die Kabarettisten im Gedicht «Ein Weihnachtsbaum spricht».

Die Brüder Panitz hielten dem Publikum einen Spiegel vor Augen, was Weihnachtsstress und überzogene Erwartungen angeht. So verulkten sie zu der Melodie «Jingle Bells» die Wettbewerbscharakter annehmenden Bemühungen um das am meisten beleuchtete Haus, an dem 150000 Lämplein schimmern, während oben auf dem Garagendach zudem noch ein Nikolaus sitzt oder gar ein aufblasbarer Engel übers Haus schwebt.

Der Klimaveränderung wurde mit einer musikalischen Hommage an den Sack Rechnung getragen, der zu Unrecht in vielerlei Hinsicht als Schimpfwort einen schlechten Ruf genieße, obwohl er sehr variabel, flexibel und nützlich sei - wie zum Beispiel beim Einsatz bei Überschwemmungskatastrophen.

Bekannt für seine pointierten Stellungnahmen zu aktuellen Themen, lieferte das Duo einen Seitenhieb auf die Opelmisere: «Die Standorte bleiben erhalten, Menschen sind keine mehr drin.» Zur Gaudi des Publikums ersannen sie mit viel Wortwitz das Szenario einer Opel-Übernahme durch die Chinesen. Die Mehlprimeln bewiesen erneut, dass sie nicht nur hervorragende Kabarettisten sind, die im nächsten Jahr ihr 40.

Bühnenjubiläum feiern, sondern auch Vollblutmusiker, die die Zuhörer mit klassischen Werken für zwei Gitarren, aber auch mit Harfen- und Hackbrettmusik verzauberten und so für besinnliche Stimmung sorgten.

Daniela Goodall

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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