Beschwerliche Suche nach dem Weg aus dem Funkloch

Von Barbara Hell | Altusried In Altusried spitzt sich zu, was landauf, landab zu kontroversen Diskussionen führt: Keiner, auch nicht die Gemeinde, will Grundstücke für einen Mobilfunk-Masten zur Verfügung stellen. Im Funkloch allerdings will auch niemand sitzen.

In dieser Situation aber befinden sich die Bürger von Frauenzell und Muthmannshofen seit Anfang dieses Jahres.Der bisherige D2-Sendemast in Luttolsberg wurde abgebaut - die Grundstücksbesitzer beugten sich dem Druck aus der Nachbarschaft, berichtete Bürgermeister Heribert Kammel in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend. Seither sind die Bewohner in den Bereichen von Frauenzell, Muthmannshofen und dem dazugehörigen Außenbereich per Handy praktisch nicht mehr zu erreichen.

Wie Kammel den Räten ausführte, bedeutet der Handy-Verzicht aber nicht nur die eine oder andere Unbequemlichkeit. Auch das Rettungwesen, sprich Feuerwehren und Rotes Kreuz, die medizinische Notfallversorgung und die Notdienste der Gewerbebetriebe halten es für unverantwortlich, wenn ihr Funktionieren so stark beeinträchtigt wird. Geradezu 'im Stich gelassen' von der Gemeinde fühlt sich ein Betrieb für Landmaschinen- und Kühltechnik, dessen Notdienst für Kunden nicht mehr erreichbar ist.

Vier mögliche Ersatzstandorte hat laut Kammel Vodafone D2 vorgeschlagen (siehe Grafik). Jedoch: bei vorsichtigem 'Vorfühlen' des Bürgermeisters vor Ort traf er in der Umgebung dieser Varianten nicht auf Gegenliebe: 'Bei vielen Leuten klingeln da sofort die Alarmglocken.' Und auch der Gemeinderat selbst hat schon vor geraumer Zeit einen Grundsatzbeschluss getroffen, nach dem auf gemeindlichen Grundstücken solche Anlagen nicht errichtet werden dürfen.

Ratlosigkeit groß

Bei den Räten war denn auch die Ratlosigkeit angesichts des Dilemmas groß. Kaum einer stritt die Notwendigkeit eines Handy-Empfangs in diesen Ortsteilen ab, schon aus Gründen der Sicherheit und der Wettbewerbsfähigkeit des dortigen Gewerbes. Während einige Sprecher vorschlugen, mit sachlichen Informationen zur Strahlung von Mobilfunksendern durch Experten Aufklärung zu betreiben, berichteten andere von seriösen Informationen über gesundheitliche Beeinträchtigungen in der Nähe von Masten.

Magnus Würzer gab zu überlegen, ob nicht abseits von Wohnbebauung beim geplanten Klenk-Großsägewerk in Urlau ein Mast errichtet werden könnte, der die Situation auch für Frauenzell und Muthmannshofen verbessern würde. Und sowohl Hugo Wirthensohn als auch Bürgermeister Kammel stellten in den Raum, ob der Grundsatzbeschluss des Gemeinderats in Sachen Handymast womöglich noch einmal überdacht werden müsse. Jetzt soll der Rathauschef auf die Betroffenen in diesem Bereich zugehen, ob sich nicht doch ein Grundstückseigentümer findet, der einenMobilfunkmasten auf seinem Besitz zulässt.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen