Verhandlungen vorläufig gescheitert
Beschäftigte in der Gastro-Branche müssen weiterhin auf höhere Löhne warten

Arbeiten in der Gastro-Branche: Zu schlechte Löhne, meint die NGG. DEHOGA Bayern hat jetzt allerdings die Tarifverhandlungen vorläufig abgebrochen.
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Schwer gebeutelt durch die Corona-Krise: Das Gastgewerbe klagt über Fachkräftemangel. Im Zuge von Schließungen und einer ungewissen Zukunft haben in den letzten Monaten viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gastronomie den Rücken gekehrt - eine Situation, die gerade im touristisch geprägten Allgäu große Schwierigkeiten bereitet. Bereits im Sommer hatte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Alarm geschlagen, unter anderem weil die Löhne in der Gastronomie nach ihrer Einschätzung viel zu niedrig sind. Die NGG wollte mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Bayern (DEHOGA Bayern) über höhere Tarife verhandeln. DEHOGA Bayern hat die Verhandlungen jetzt vorläufig abgebrochen.

DEHOGA bricht Verhandlungen ab

"Es ist besorgniserregend, mit welcher Ideenlosigkeit und Ignoranz der DEHOGA Bayern dem Fachkräftemangel entgegentreten möchte", äußert sich Mustafa Öz, Verhandlungsführer und Landesbezirksvorsitzender der NGG Bayern, enttäuscht in einer Pressemitteilung. "Anstatt zielgerichtet mit uns zu verhandeln, bricht der DEHOGA Bayern die Verhandlungen faktisch ab und vertagt terminlos. Mit dieser Einstellung verspielen die Arbeitgeber die Zukunft der Branche“, so Öz.

Das sagt DEHOGA Bayern

Der Hotel- und Gaststättenverband sieht die Schuld für die gescheiterten Verhandlungen nicht bei sich, sondern in überzogenen Forderungen der NGG. "Der Solidarpartner NGG forderte in der Spitze mehr als 33 Prozent Lohnerhöhung. Die Arbeitgeberkommission des DEHOGA Bayern wies dies in einer für uns alle sehr schwierigen Zeit als unseriös zurück", so DEHOGA Bayern in einer Mitteilung. Derartige Forderungen seien in anderen Bereichen der NGG nicht annähernd gestellt worden. Die Arbeitgeberseite sehe sich daher außer Stande, ein angemessenes Angebot zu unterbreiten.

NGG: "Forderungen sind berechtigt!"

Die NGG wiederum sieht ihre Forderungen als "absolut berechtigt" an. Das Durchschnitts-Monatseinkommen (Vollzeit) in der Gastrobranche liege bei 2.026 Euro brutto im Monat, in Bayern dagegen läge der Durchschnitt bei 3.572 Euro brutto. "Das ergibt eine unglaubliche Lohn-Kluft von 43 Prozent", so die NGG.

Vertagung auf unbestimmte Zeit

Ob und wann die Verhandlungen weitergehen, steht momentan nicht fest. "Die Tarifverhandlungen wurden in der zweiten Verhandlungsrunde auf unbestimmte Zeit vertagt", heißt es seitens DEHOGA Bayern.

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