Untersuchung
Bertelsmann-Stiftung macht Kempten zum Schlusslicht

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Von einem «Schlag ins Gesicht» für Schüler, Lehrer und die Stadt sprechen die Oberallgäuer Schulräte Hans Fasser und Thomas Novy. Und Kemptens Schulreferent Benedikt Mayer erkennt in dem Zahlenwerk ein «falsches Bild der tatsächlichen Situation».

Was die Fachleute so aufbringt, ist die neueste Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung. In dieser tauchte Kempten vergangene Woche als bayerischer Negativ-Spitzenreiter bei den Schulabbrechern auf (AZ berichtete). Über 20 Prozent der Kinder hätten 2009 die Schulen in der Stadt ohne jeden Abschluss verlassen.

Das aber wollen die Fachleute so nicht stehen lassen. Tatsächlich, so Schulreferent Mayer, habe die Quote der Schulabbrecher 2009 viel niedriger gelegen. Wie aber kommt es zu diesen unterschiedlichen Einschätzungen? Zum einen, sagen Schulräte und Schulreferent, weil in die Studie der Bertelsmann-Stiftung auch die Kinder aus den vier Kemptener Förderschulzentren eingeflossen seien. Diese bekämen einen Förderschulabschluss - wurden aber in der Rubrik «ohne Abschluss» gewertet. Die Förderschulen seien überdies einzigartig in der Gegend und würden dementsprechend von Kindern aus dem gesamten Umland besucht.

Verzerrungen bemängelt

Bei den Prozentzahlen in der Studie gebe es ohnehin «Verzerrungen». So komme nämlich nur rund die Hälfte der Kemptener Abschluss-Schüler wirklich aus der Stadt - die andere Hälfte stamme aus der Umgebung. Die rote Laterne für Kemptens Schulen - sie ärgert die Fachleute auch noch aus einem anderen Grund: Vor ein paar Jahren nämlich gingen tatsächlich alarmierend viele Hauptschüler ohne Abschluss ab - 2004 waren es laut Kultusministerium rund 25 Prozent gewesen.

Seither müht man sich im Gegensteuern - etwa mit der Initiative «Zukunft bringt´s» und Spezialklassen für Jugendliche ohne Abschluss. Für Schulrat Hans Fasser sind die Aktionen Erfolgsgeschichten und «der richtige Weg». So seien unter den 125 «abschlusslosen» Schülern der Studie lediglich 24 Hauptschüler gewesen. Im vergangenen Jahr seien gar nur fünf Neuntklässler ohne Hauptschulabschluss abgegangen.

«Man muss einfach genauer hinsehen», pflichtet Schulrat Thomas Novy bei.

 

 

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