Allgäu
Bergsprints und Kraftraum statt Baden am See

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Bei sommerlichen Temperaturen ist der Gedanke an Schnee und Eis noch ganz fern. Doch viele Wintersportler erarbeiten sich jetzt die Grundlagen für eine erfolgreiche Saison. In der Serie «Heiß auf den Winter» stellen wir Sportlerinnen und Sportler aus der Region vor, die sich derzeit die nötige Fitness holen.

Sonthofen «Einen Wintersportler macht man im Sommer» - Wie wahr dieser Ausspruch ist, wissen die Eishockeyspieler des ERC Sonthofen ganz genau, versichert Kapitän Thomas Blaha. Da der 26-Jährige und seine Teamkollegen mit der Kufensportart groß geworden sind, fällt es ihnen auch nicht schwer, bei sommerlichen 30 Grad Trainingseinheiten zu absolvieren, anstatt im Freibad zu liegen. Jeder, so Blaha, wisse, dass ein konzentriertes Sommertraining notwendig sei. Und obwohl der ganze Kader schon der ersten Trainingseinheit in der Eishalle entgegenfieberte, hatten sie beim dreimonatigen Sommerprogramm des ERC-Physiotherapeuten Daniel Wahl auch ihren Spaß. Auf der Basis moderner Leistungsdiagnostik arbeitete Wahl seinem Team ein Drei-Stufen-Programm aus, das genau auf die Anforderungen eines Eishockeyspielers zugeschnitten ist und darauf zielt, die konditionellen Grundlagen für den Winter zu legen.

Neben der allgemeinen Ausdauer sind die leistungsbestimmenden Faktoren für die, laut Wahl, «schnellste Mannschaftssportart der Welt» die Sprintkraft-Ausdauer (Antritt), die Maximalkraft und die Schnellkraft. Die Grundlage für den Trainingsplan des Teams bildete ein anfänglicher Ausdauertest, der bei jedem Spieler eben diese vier Faktoren bestimmt. In den folgenden drei Monaten zielen die jeweils zwei wöchentlichen Trainingseinheiten darauf, die Werte zu verbessern. Zusätzlich sind die Sportler angehalten, das Sommertraining eigenständig weiterzuführen.

Während in der ersten Phase längere Joggingtouren die aerobe Ausdauer auf Vordermann bringen, werden die Grundlagen für die Maximalkraft und die Schnellkraft durch ein Muskel-Aufbau-Training im Fitnessstudio geschaffen. Die dortigen Übungen konzentrieren sich vor allem auf die Rumpf- und Beinmuskeln. In der zweiten Stufe geht es mit schnelleren Läufen über eine weitere Distanz an die Steigerung von Umfang und Intensität des Ausdauertrainings. Beim Krafttraining stemmen die Sportler dann auch schon schwerere Gewichte. Zudem absolvieren die Spieler Kurzsprints und ein spezielles Sprungkrafttraining, um ihre Schnelligkeit und Schnellkraft zu verbessern. In der dritten und letzten Phase widmet sich Daniel Wahl anhand eines Intervall-Trainings der Sprintkraftausdauer des Teams.

An der Binse in Sonthofen sind die Sportler dann beispielweise aufgefordert, den steilen Hang hinaufzusprinten und wieder hinab zu traben.

Im Krafttraining steht die Schulung der intramuskulären Koordination über ein Pyramidentraining auf dem Programm. Das bedeutet, dass sich in der Satzfolge einer Kraftübung jeweils das Gewicht erhöht, die Anzahl der Wiederholungen allerdings gesenkt wird. Nach einem Abschlusstest schickt Daniel Wahl das ERC-Team dann wieder aufs Eis.

Mittlerweile trainier Trainer Christoph Hadraschek mit seinen Jungs wieder auf dem glatten Untergrund. «Das ist den Spielern viel lieber als am See zu liegen», bemerkt der Coach und schmunzelt. Ob seine Jungs den Sommer über fleißig waren, merke er bei den zwei wöchentlichen Trainingseinheiten durchaus, so Hadraschek.

Die Anforderungen der einzelnen, spezifischen Bereiche, die es im Sommer zu bewältigen galt, fließen auf dem Eis nämlich alle zusammen. Daher ist die Belastung des Wintertrainings noch um ein Vielfaches größer. Von der Kondition auf dem Eis über die Technik bis hin zum Spiel und der Taktik führt Christoph Hadraschek seine Spieler so Schritt für Schritt wieder an die Feinheiten des Eishockeys heran.

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