Oy-Mittelberg / Oberallgäu
Bergdoktor und Liedermacher vor der Kamera

Hans Sigl, besser bekannt als Bergdoktor, und Konstantin Wecker, in die Rolle des Dorfpolizisten gesteckt, nehmen ihren unsympathischen Informanten in die Zange. Auf einem Holzsteg drohen sie, den Nichtschwimmer in den Grüntensee zu stoßen. Wieder und wieder wiederholen sie einen Dialog, feilen an Einsätzen und Gesten.

Die Szene, gedreht gestern Nachmittag am vom ZDF eigens aufgebauten Haus am See, gehört zur ersten Folge einer Reihe von mehreren 90-minütigen Abendfilmen unter dem Arbeitstitel << Der Bär >>. Stimmt die Quote bei der ersten Ausstrahlung voraussichtlich Ende dieses Jahres, dann können Sigl und Wecker ihre neu geschlossene Freundschaft intensivieren. In der ersten Folge von << Der Bär >> spielt Hans Sigl einen erfolgreichen Münchner Anwalt, der nach dem Tod seiner Frau nicht mehr in sein bisheriges Leben zurückfindet. In einem alten Haus in seinem Heimatdorf will er wieder Boden unter den Füßen finden. Erst gegen, dann zusammen mit seinem Vater, dem Dorfpolizisten Konstantin Wecker, muss er sich aber um die Auflösung eines Mordes kümmern.

Dass ausgerechnet Wecker, als Liedermacher früher ein Kritiker der Staatsmacht und wegen Kokainkonsums hinter Gittern, einen Polizisten spielt, findet er << sehr spannend >>.

Der Liedermacher interessiert Brigitte Reinsch weniger. Die Oberallgäuerin stürzt sich viel lieber auf << ihren >> Bergdoktor. Keine Folge verpasst sie von der Serie mit dem 40-jährigen Hans Sigl, der sich mit Charme mit der älteren Dame fotografieren lässt. Er findet es schön, dass es die Münchner Crew ins Allgäu verschlagen hat, weil nur das Ufer am Grüntensee nicht unter Naturschutz steht, sondern << nur >> Landschaftsschutzgebiet ist. Der Erlaubnis, dort das Haus für den Rechtsanwalt aufzubauen, stand nichts im Wege. Es bleibt vorläufig auch am Ufer beim Klettergarten stehen.

Denn sollte << Der Bär >> beim Publikum gut ankommen, werde man zum Drehen weiterer Folgen immer wieder dorthin zurückkommen, erläutert Anja Konen, Pressereferentin der Neuen deutschen Filmgesellschaft. Friedrich von Thun, den mancher der << Zaungäste >> vermisst, spielt seine Rolle als Geschäftsmann nicht im Oberallgäu. Er musste zu Dreharbeiten nach Südafrika, seine Szenen wurden an andere Orte verlegt. Wer das Chaos im Haus am See begutachtet, kann sich kaum vorstellen, dass hier Szenen in einem etwas altmodisch möblierten, aber gemütlichen Wohnzimmer entstehen könnten: Große Kabelrollen, Lichtstrahler und Metallkoffer verstellen den Blick auf eine Sitzgruppe. Doch so schnell, wie das Haus entstand, so schnell funktioniert die Schar an Mitarbeitern der Crew den Lagerraum in einen Wohnraum um.

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