Beratung über medizinische Leistungen derzeit nichtöffentlich

Geburtshilfe: Entscheidung erst mit Gesamtkonzept Ostallgäu (vit). Die endgültige Entscheidung über die Zukunft der Geburtshilfe am Krankenhaus Marktoberdorf ist weiter offen. Mittlerweile hat dazu ein Gespräch zwischen Landrat Johann Fleschhut und den Belegärzten stattgefunden. Die Inhalte fließen in die Entscheidung für ein Gesamtkonzept zur medizinischen Versorgung im Ostallgäu mit Kaufbeuren ein, über dessen Eckpunkte man sich noch in Schweigen hüllt. Das Konzept soll mittelfristig alle fünf kommunalen Klinikstandorte sichern. Es ist Voraussetzung für weitere Födermittel des Freistaates zum Ausbau des Klinikums Kaufbeuren.

Mehr als 5000 Bürger hatten sich mit ihrer Unterschrift für den Erhalt der Belegabteilung eingesetzt. Wie berichtet eskalierte bei einer Infoveranstaltung Ende Juli der Streit um die Geburtshilfeabteilung in Marktoberdorf. Einer der Belegärzte warf dem Klinikmanagement vor, falsche Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit vorzulegen. Fleschhut kündigte daraufhin an, vor der eigentlich beschlossenen Schließung zum Jahresende nochmal ein Gespräch mit den drei Belegärzten zu führen.

Dieses hat am 13. September stattgefunden. Fleschhut bezeichnet die Gesprächsatmosphäre als sehr sachlich und konstruktiv. Doch zu Inhalten der mehrstündigen Unterredung wollen er sowie der Belegarzt Dr. Wolfgang Flierl nichts sagen. In den Entscheidungsprozess über ein Gesamtkonzept zur medizinischen Versorgung im Ostallgäu werde die Besprechung aber einfließen.

Dieses Konzept wird vom Sozialministerium gefordert, ehe weitere Zuschüsse für den Ausbau des Klinikums Kaufbeuren fließen. Ohne die Staatsgelder gelingt aber der dringend gewünschte Ausbau des Zweckverbandsklinikums für 20 bis 30 Millionen Euro kaum. Zweite Voraussetzung für den Ausbau der Klinik, die dem Kreis und der Stadt Kaufbeuren zu gleichen Teilen gehört, ist die Fusion mit den vier Kreiskliniken (Buchloe, Obergünzburg, Füssen und Marktoberdorf).

Hinter verschlossenen Türen wird momentan auf verschiedenen Ebenen das Gesamtkonzept diskutiert. In ihm wird festgezurrt, welche Kliniken welche Leistungen anbietet. Vorgabe des Ministeriums ist, Kaufbeuren als Klinik höherer Versorgungsstufe zu stärken. Mitte Oktober soll das Konzept öffentlich präsentiert werden.

Fleschhut verfolgt mit diesem Konzept auch den Anspruch, die Klinikstruktur zu erhalten. Damit widerspricht er auch dem Ostallgäuer CSU-Bundestagsabgeordneten Kurt Rossmanith, der vor kurzem den Blick ins Unter- und Oberallgäu empfahl: Im Ostallgäu gebe es gemessen an der Bevölkerung deutlich mehr Planbetten in den Kliniken.

Staatliche Vorgaben

Auch der Chef der Bayerischen Krankenhausgesellschaft, Franz Stumpf, merkte vor kurzem in einem Interview an: 'Es gibt schon noch das eine oder andere Krankenhaus, bei dem man die Existenzberechtigung hinterfragen kann, beispielsweise wenn sich ein Landkreis noch vier Häuser leistet.' Dies sei zu pauschal, entgegnet Fleschhut als Landrat eines Kreises mit viereinhalb Kliniken. Man müsse sehen, dass im Ostallgäu seit 1998 die Kliniken als Kommunalunternehmen organisiert sind. Dadurch sieht er die Region in der Lage, 'mittelfristig' fünf kommunale Häuser zu betreiben. Darüber hinaus sei man von der Förderpolitik abhängig und von den Auswirkungen der Gesundheitsreform.

Die Verantwortlichen im Klinikmanagement verweisen derzeit zudem gerne auf eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey. Demnach hat bei Kliniken die Formel 'je größer desto besser' ausgedient. Beste Zukunftaussichten bescheinigt McKinsey:

spezialisierten Kliniken mit bis zu drei Fachrichtungen und rund 150 Betten,

Allgemeinkrankenhäusern mit einem breiten Leistungsspektrum und 200 bis 400 Betten

Häusern mit Schwerpunkt und Allgemeinversorgung mit 500 bis 700 Betten.

Die Kreiskrankenhäuser im Ostallgäu weisen 85 und 140 Planbetten auf, im Kaufbeurer Klinikum verfügt man über rund 350 Betten. Nach der McKinsey-Studie liegen sie also in einer zukunftsträchtigen Größenordnung.

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