Burgberg
Bequemes Parken wichtiger als sicherer Schulweg?

Um ein Halteverbot für Autos an der Sonthofer Straße gegenüber einem Supermarkt und einer Bäckerei ist in der Gemeinde Burgberg ein politischer Streit entflammt. Im Gemeinderat spitzte sich die Angelegenheit, die der in Burgberg wohnende SPD-Kreisrat Manfred Heeb ins Rollen gebracht hatte, jetzt auf eine einzige Frage zu. Was ist wichtiger, die Sicherheit von Schulkindern, Fußgängern und einbiegenden Autofahrern im dortigen Kurvenbereich oder das bequeme Parken für Kunden? Am Ende der Diskussion war klar, dass der Gemeinderat nicht beim Landratsamt Oberallgäu vorstellig wird, damit das Halteverbot fällt, wie es Kreisrat Heeb wünscht.

Der SPD-Kommunalpolitiker hatte in einem Brief ans Burgberger Rathaus beanstandet, dass das Halteverbot an der Sonthofer Straße in Richtung Kreisstadt die Wirtschaftlichkeit und Existenz der dortigen Nahversorger gefährdet. Der Nahversorgung müsse aber in Burgberg auch im Interesse der Arbeitsplätze Vorrang eingeräumt werden, hielt Heeb in seinem Brief fest.

Bürgermeister Dieter Fischer und mehrere Ratsmitglieder reagierten verschnupft auf die Initiative des SPD-Kommunalpolitikers, weil sie ihrer Meinung nach mit Unterstellungen gepaart ist. Der Rathaus-Chef machte darauf aufmerksam, dass das Halteverbot an der Staatsstraße von der übergeordneten Straßenverkehrsbehörde veranlasst worden sei, nachdem es mehrfach Beschwerden wegen der unübersichtlichen Verkehrslage im Dorfzentrum gegeben habe.

Unübersichtlicher Straßenbereich

Fischer verwies darauf, dass im Einmündungsbereich der Mittagstraße in die Sonthofer Straße der Schulweg zur Grundschule verläuft und dass eigens Schulweghelfer zur Sicherheit der Kinder an der dortigen Straßen-Querungshilfe eingesetzt werden müssten. Fischer zur früheren durch parkende Autos zusätzlich geförderten Unübersichtlichkeit: «Die Schulweghelfer sehen die Autos zu spät». Im Übrigen verdeutlichte der Bürgermeister, dass die Gemeinde Gewerbebetrieben bei der Ansiedlung stets über das normale Maß hinaus geholfen habe.

Zu starken Worten gegenüber Heeb griffen FW-Ratsmitglied Max Uhlemayr und der CSU-Fraktionsvorsitzende Bernhard Rogg. Uhlemayr empfand es als «bodenlose Frechheit», dass der SPD-Kreisrat der Gemeinde vorhalte, es werde zu wenig fürs Gewerbe getan. Und Rogg befand, dass das «Geplänkel» von Heeb «eines Kreisrats unwürdig» sei. Nun will der Bürgermeister zusammen mit Experten an Ort und Stelle erneut nach einer Lösung suchen. Der Gemeinderat riet zudem dem Bäckerei-Besitzer, sich doch mit dem Nachbarn an einen Tisch zu setzen, um nach Parkmöglichkeiten zu suchen. (pts)

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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