Allgäu
Benefiz in drei Etappen

Ob Radsportler, Schauspieler, Sänger, Kunstradfahrer, Zehnkämpfer oder Big Brother-Insasse - für den guten Zweck halten sie alle zusammen. Gestern ist die Benefizradtour für kranke Kinder «Tour-Ginkgo» gestartet. Drei Tage rollt sie nun durchs Allgäu.

Am Kemptener Rathausplatz erklingt nach den ersten Spendenübergaben die laute Hupe. Das ist das Signal. Sofort schwingen sich die über 100 Fahrer auf ihre Rennräder. Ein Meer aus gelben Trikots - die bekommt hier jeder, nicht nur der Führende, wie bei der Tour de France - schlängelt sich durch die Straßen. Rote Ampeln dürfen ignoriert werden, andere Verkehrsteilnehmer müssen warten, das Feld wird von einem großen Polizeiaufgebot begleitet - fast wie bei der echten Tour de France. Die Leute am Straßenrand bleiben stehen, schauen, lachen, feuern an, winken. Da fühlt sich auch ein Nicht-Promi wie eine Berühmtheit und ist stolz auf sich und den guten Zweck, für den in die Pedale getreten wird.

Seit 18 Jahren

Die Tour Ginkgo wird bereits seit 18 Jahren von der Christiane-Eichenhofer-Stiftung organisiert. Die Namensgeberin erkrankte als Kind selbst an Leukämie und weiß, wie wichtig Unterstützung für kranke Kinder ist. Deshalb strahlt sie auch schon am Morgen mit der Sonne um die Wette und ist gerührt: << So einen tollen Auftakt wie hier hatten wir noch nie. 23000 Euro allein in Kempten. Ich bin begeistert, wie sehr sich das Allgäu für uns ins Zeug legt >>, freut sich Eichenhofer. Die diesjährigen Spenden werden dem Bunten Kreis im Klinikum Kempten-Oberallgäu zugutekommen.

Bergauf - bergab. Das ist radeln im Allgäu. Die routinierten Sportler lassen sich dadurch aber nicht abschrecken. Trotz Steigungen wird fröhlich geplaudert - die Stimmung ist gut. Ex-Boxweltmeister René Weller erzählt, wie er zu diesem Sport kam: << Ich bin im Kloster groß geworden. Dort habe ich gelernt, dass man mehr geben als nehmen soll. Darum bin ich Boxer geworden >>. Geht währenddessen der untrainierten Mitfahrerin mal die Puste aus, halten alle zusammen. Schnell ist Dietmar Schmidt zur Stelle - er hat für die Tour eines der im Allgäu ganz neuen Elektrofahrräder ergattert und hat darum auch noch ein bisschen Kraft übrig, um die Ausgepowerte anzuschieben.

An den einzelnen Zwischenetappen werden die Fahrer bereits freudig mit Tanz, Gesang und großen Schecks empfangen. In Lauben singen die Grundschüler passend zum Wetter << Like ice in the sunshine >>. Die Haldenwanger Schulkinder versorgen die Sportler mit Riegeln und Getränken. Nach den Spendenübergaben stellen die Moderatoren die Promis vor. << Und hier vorne haben wir den ehemaligen Fußball-Nationalspieler Karl Allgöwer >> Viel mehr kann der Moderator gar nicht mehr sagen, schon stürmen die Kinder auf den Ex-Spieler des VfB Stuttgart zu und betteln um ein Autogramm. Auf die Frage, ob sie ihn überhaupt kennen, folgt ein << Nö, aber die sagen, der ist berühmt, das ist cool >>.

Heute und morgen werden noch weitere Promis zum Fahrerfeld stoßen und an vielen Etappen im Allgäu zu treffen sein, unter anderem Tour de France-Sieger Jan Ullrich und Skirennfahrer Frank Wörndl.

Weitere Informationen und den Streckenplan gibt es im Internet unter www.tour-ginkgo.de

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