Tango
Belgrader Quintett Beltango bringt Rhythmus in den Kreuzherrnsaal in Memmingen

Weil sie die schöne Atmosphäre und die gute Akustik im Kreuzherrensaal so schätzen, gastieren schon zum vierten Mal die fünf serbischen Musiker von 'Beltango' aus Belgrad in Memmingen. Ein elegant schwarz gekleideter Mann betritt die Bühne, schnappt sich den Kontrabass und beginnt zu spielen.

Dramatisch wie vor einem Gewitter grummelt und wummert es bis hinauf in höhere singende Lagen – und wieder hinab. Noch ein schwarz gekleideter Mann erscheint, er hat eine Gitarre bei sich und setzt sich auf einen Stuhl, blickt zum Kontrabassisten und beginnt mit ihm zusammenzuspielen.

Knochentrockene ehrliche Rhythmusgitarre, mit schönen exakt geführten Single-Note-Läufen. Ein Geiger erscheint und steigt ebenfalls ein, seine Geige jault mit festem Klang, stimmgewaltig in Zigeunermanier auf.

Dann kommt einer mit einem kubischen Kasten, öffnet ihn und kruschtelt darin nach Noten, bis er plötzlich ein Bandeon in den Händen hält und damit bei seinen bereits spielenden Kollegen einsetzt. Es ist ein schneller stoßender Rhythmus: Tango.

Da plötzlich streift eine grün schillernde Dame um die Säulen. Der Bandeonspieler springt auf und tanzt mit ihr eng und temperamentvoll. Ganz gibt sie sich ihrem Partner hin, der sie mit Wange und Hüfte zu biegen und führen scheint. Hoch konzentriert schleichend und bis in die letzte Haarspitze gespannt, wie ein Panther vor dem Sprung. Nur der Platz hinter dem großen schwarzen Flügel ist jetzt noch frei. Er wird von der Dame eingenommen.

Beim zweiten Lied ist das Quintett also vollständig. Alle Fünf sind exzellente Musiker und Virtuosen: Aleksandar Nikolic (Bandoneon/Akkordeon), Jovan Bogosavljevic (Violine), Bogdan Pejic (E-Gitarre), Ljubinko Lazic (Kontrabass) und Ivana Nikolic (Piano). Zudem singt Ivana Nikolic mit schöner, weicher und angenehm tiefer Stimme. Nur der Flügel scheint irgendwie unterzugehen.

Die Akustik des Kreuzherrensaals hat wohl doch so ihre Tücken und genau dort auf der linken Seite, wo er steht, scheint sie die Mitten auffällig stark zu schlucken. Ansonsten boten die Musiker von Beltango einen perfekten und hörenswerten Abend – der für Tangofans unverzichtbar war.

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