Sonthofen / Oberallgäu
Beleidigung, Bedrohung - und dann der Hitlergruß

Das Kaliber der Beschimpfungen war laut der Zeugenaussagen vor dem Amtsgericht Sonthofen allerunterste Schublade. Und die Form der wüsten Bedrohungen gegenüber einer Clique junger Leute am Sonthofer Bahnhof hatte ein ähnliches erschreckendes und brutales Niveau. Das Maß voll machte der vom 26 Jahre alten Angeklagten indes vehement bestrittene und offenbar als Schlusspunkt demonstrierte Hitlergruß. Richter Andy Kögl schickte den arbeitslosen jungen Mann, der vielfach vorbestraft ist und erst vier Monate vor der Tat aus der Haft entlassen worden war, für sechs Monate hinter schwedische Gardinen.

Wie so oft vor dem Kadi mussten Richter und Staatsanwalt aus einem Sammelsurium unterschiedlicher Aussagen mit erheblichen Erinnerungslücken die Wahrheit herauspicken. Die Darlegungen der bei einer Auseinandersetzung übel beleidigten Mitglieder der Clique deckten sich weitgehend, während Freundin und Freund des Angeklagten seine Version des Geschehens beglaubigten. Das trug den beiden Entlastungszeugen die Androhung des Staatsanwalts ein, gegen sie ein gesondertes Verfahren wegen Falschaussage anzustrengen.

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