Brauchtum
Beim Tänzelfest-Volksmusikabend in Kaufbeuren geht es um allerlei Liebesdinge

Allerhand zum Thema «Liebe» war beim Tänzelfest- Volksmusikabend im ausverkauften Stadttheater zu erfahren: von der Liebe zur Heimat, zum Allgäu, von der Liebe zur Natur, von der Liebe zu Tradition und Brauchtum und von der Liebe zur Musik. Aber auch über auch die Zuneigung zu gutem Essen und Trinken und natürlich auch über die zwischen den Geschlechtern wurde klingend und gereimt philosophiert.

Bereits zum 35. Mal fand der Volksmusikabend im Zuge des Tänzelfestes statt. Ein kleines Jubiläum, wie Ingrid Greifenhagen meinte, die auf sehr charmante Art durch das Programm führte. Die Frage, ob denn Volksmusik verstaubt und altmodisch sei, beantwortete sie gleich selbst. << Von wegen >>, meinte sie, << Volksmusik ist frisch und frech - und doch traditionsbewusst. >>

Den Beweis für diese Aussage lieferten die Akteure des Abends, die wie Greifenhagen überwiegend in herrlichen Trachten auftraten. Lediglich das Trio << Quetschendatschi >> hatte darauf verzichtet, was der musikalischen Leistung allerdings keinen Abbruch tat. Ganz gleich, ob Marsch, Polka oder Walzer - die Drei an Akkordeon, Harfe und Helikon brachten ordentlich Schwung auf die Bühne.

Traten früher schon einmal 25 Gruppen beim Tänzelfest-Volksmusikabend auf, so waren es heuer lediglich vier. Die allerdings bescherten dem Publikum einen wunderschönen Abend. Zum Beispiel die << Bidinger Sänger >>. Die sieben Herren hatten vokal von getragen und andächtig bis hin zu witzig-verschmitzt alles drauf - sogar ein Lied in hochdeutscher Sprache. Sie seien schon << Hundling >>, stellte Greifenhagen anerkennend fest.

Zum Publikumsliebling avancierte das Instrumentalquartett << Vierlefanz >>, wobei sich besonders der Toni am Akkordeon offensichtlich in die Herzen der Damen spielte. Die Vier hatten mit << Wir gratulieren >> den Abend musikalisch eröffnet und steuerten noch weitere schmissig-fetzige Stücke zum Programm bei. Sie animierten auch die Zuhörer, ihr Loblied auf das << Rehragout >> kräftig mitzusingen.

Der << Monika-Dreigesang >>, drei Damen, die alle auf den Namen Monika hören, intonierten mit ihren schönen Stimmen und nur von der Gitarre begleitet traditionelle Weisen. Sie setzten damit ein ruhiges i-Tüpfelchen im Programm.

Senzi Weizenegger, Mundart-Dichterin und Schulfreundin von Greifenhagen, erheiterte das Publikum immer wieder mit ihren netten Geschichten. Zum Beispiel jener vom schmachtenden Brief auf rosa Papier an den verehrten und begehrten Toni, oder die Geschichte vom Bockbiertest beim Bockbierfest.

Auch schilderte sie die miese Sonntagmittag-Stimmung, weil mal wieder alles parat war und nur der Papa fehlte. Noch einige weitere solcher Geschichten wusste Weizenegger zur Freude ihrer Zuhörer zu erzählen.

Am Ende des Programms spielte noch einmal << Quetschendatschi >> auf. << Schottisch >> hieß ihr Stück. Nach dem herzlichen Schlussapplaus kehrten die Mitwirkenden in bester Musikantentradition im << Goldenen Hirsch >> ein und etliche Zuhörer taten es ihnen gleich.

Klaus D. Treude

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