Kempten
Beim Sprachkurs ziehen Schulen und Kindergärten an einem Strang

Wer bin ich, wie funktioniert die Welt um mich herum und wie sieht mein Alltag aus: Sprache ist der Schlüssel zum Leben. Doch was tun, wenn Kinder von daheim nicht den passenden «Schlüssel» mitbekommen? An diesem Punkt setzt ein spezielles Förderprogramm für Migrantenkinder an, bei dem Kindergärten und Grundschulen an einem Strang ziehen. Über 230 Kinder mit ausländischen Wurzeln nehmen mittlerweile an den so genannten Vorkursen teil. Dabei kommen beispielsweise Lehrer in die Kindergärten oder besuchen die Vorschulkinder die Grundschulen. Heute, Dienstag, wird das seit einigen Jahren laufende Programm im Integrationsbeirat der Stadt vorgestellt.

Die Idee: - «Deutsch ist die Grundlage für Erfolg in der Schule und später im Beruf», sagt Margret Bresele-Frisch, Beauftragte der Schulen für das Projekt. Um Migrantenkindern einen guten Start ins Schulleben zu ermöglichen, müsse man früh anfangen mit der Sprachförderung - nämlich bereits im Kindergarten.

Wer gefördert wird: Die Kindergärten sind Dreh- und Angelpunkt - denn dort zeigt sich, welche Kinder die spezielle Förderung benötigen. Entschieden wird das mit Hilfe von «Sismik» («Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen»). Dahinter verbirgt sich eine wissenschaftliche Untersuchungsmethode, erläutert Helga Stolz, Leiterin der Kindertagesstätte Mikado auf dem Bühl.

Mehrere Wochen lang beobachten die Erzieherinnen beispielsweise, ob Kinder selbst zu Bilderbüchern greifen, wie sie sich anderen mitteilen oder in welcher Sprache sie mit ihren Eltern kommunizieren. Über ein Punktesystem zeigen sich dann Stärken und Schwächen in puncto Sprache.

Ein Beispiel: Wie genau die Zusammenarbeit zwischen Schule und Kindergarten funktioniert, ist unterschiedlich. Die Mikado-Kinder beispielsweise werden je zur Hälfte in ihrem Kindergarten und in der Konrad-Adenauer-Volksschule betreut. «Der Vorkurs ist mehr als ein reiner Sprachkurs», betont Lehrerin Bresele-Frisch. Gezielt werden so genannte «Sprachanlässe» im Alltag eingeübt - beispielsweise ein Einkauf. Und noch eines sei wichtig: «Die Eltern müssen mitziehen.» Der Kurs könne nur eine ergänzende Hilfe für Migrantenfamilien sein.

Der Integrationsbeirat tagt heute ab 18.30 Uhr im Rathaus. In einer Serie wird die AZ in den nächsten Monaten Kinder bei einem Sprachförderkurs begleiten.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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