Kultur
Beim Kemptener Jazzfrühling trafen indische Musiker auf Allgäuer Musiker

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Eine prickelnde Verschmelzung indischer Musik mit westlichem Jazz gab es beim letzten großen Konzert des Kemptener Jazzfrühlings am Samstagabend im Stadttheater.

Der südindische Trommler Mani knüpfte mit Magnus Dauner hinterm Schlagzeug-Set einen dichten, komplexen Rhythmusteppich. Darauf ließen Sängerin Rama Mani mit exotisch gefärbter Stimme sowie der ebenfalls aus Südindien stammende Bansuri-Flötist Amith Nadig und Matthias Schriefl (mit Trompete, Flügelhorn, Sousafon) ihre Melodien sprießen.

Bassist Reza Askari baute sensibel Fundamente darunter. Die klassische indische Klassik verschmolz tatsächlich mit westlichem Jazz und alpenländischer Volksmusik zu wundervollem Klang.

Kommentar: Kemptener Jazzfrühling hat seinen Sound gefunden

Plötzlich fehlte der Frontmann. 2012 starb Hansjürg Hensler, und viele stellten sich die Frage, wie es weitergeht mit dem Jazzfrühling. Denn Hensler organisierte das Festival-Ensemble, wählte die Musik aus, prägte den Sound, übernahm die Solos und improvisierte auch noch, wenn es sein musste.

Wer wollte die Solos jetzt spielen? Wer begleiten? Welche Geschmäcker würden sich durchsetzen? Solche Fragen mussten beantwortet werden.

Nun, nach fünf Jahren, scheinen Antworten gefunden zu sein – sowohl was die Besetzung anbetrifft als auch die Musikrichtung. Während sich der Vorsitzende Gerhard Zipperlen im Hintergrund hält, profilieren sich drei Männer mit Gespür für Musik: Josef Ego, Tiny Schmauch und Andreas Schütz sorgen fürs Programm.

Sie haben zudem den Konzertreigen zurechtgestutzt wie einen zu üppig wuchernden Busch. Heuer gab es nur noch 60 Konzerte. Schlimm? Überhaupt nicht. Die Verschlankung tut dem Festival gut.

Es fehlt am Ende ja nichts. Gourmets kommen bei zeitgenössischem Jazz auf ihre Kosten. Wer’s schmissiger mag, geht ins Bluescafé; Oldtime-Freaks finden am Auftaktwochenende oder bei Partys in Autohäusern, was sie lieben.

Der Hensler-Wettbewerb für junge Jazzer strahlt auf ganz Bayern aus und verschafft dem Festival Renommee. Die Jazznacht füllt die Kneipen der Innenstadt.

Und die Angebote für junge Leute zünden auch: Die Jazzrausch-Bigband, die am Donnerstag im Künstlerhaus bis nach Mitternacht spielte, versorgte sie mit Techno und House, der in die Beine fuhr. Lockeres und Lässiges steht neben Ernstem und Anspruchsvollem. Eine prickelnde Mischung.

Der Jazzfrühling hat im Jahr fünf nach Hansjürg Hensler einen neuen Sound gefunden.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Montagsausgabe unserer Zeitung vom 08.05.2017.

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