Tourismus
Beifall für die Bergbahnpläne

Auf der Leinwand war die Panoramabahn bereits unterwegs. Den rund 300 Besuchern im Walserhaus in Hirschegg bot sich ein spektakulärer Blick auf das Kleinwalsertal. Am Ende der simulierten Fahrt, auf die Bergbahn-Vorstand Augustin Kröll alle Anwesenden mitnahm, brandete im voll besetzten Saal Applaus auf. Die Kleinwalsertaler Bergbahnen präsentierten zusammen mit der Gemeinde Mittelberg der Talbevölkerung das Konzept für den Ifen und die Skigleitwege, dass die Bergbahnverbindung beinhaltet (wir berichteten).

Übernachtungen gehen zurück

«Wir müssen ein Skigebiet Kleinwalsertal werden und nicht vier einzelne», sagte Vize-Bürgermeister Matthias Bischof. Die Übernachtungen seien in den letzten zehn Jahren um 137000 zurückgegangen und der Wertschöpfungsverlust im Tal liegt jährlich bei 15,2 Millionen Euro. Die Gemeinde stellte die Pläne für die Skiverbindungen im Tal vor, die sicherstellen sollen, dass alle Walser Skigebiete verbunden werden und die Gäste im Kleinwalsertal direkt von ihrer Unterkunft einen Anschluss an den Skiraum haben. «Wir wollen, dass unsere Gäste das Tal über die Pisten erleben und nicht im Bus», sagte Bürgermeister Andi Haid. Er lobte die Entscheidung der Bergbahnen, auf eine Erschließung des Schwarzwassertals und eine Verbindung zum Diedamskopf (Bregenzerwald) zu verzichten.

Man habe verschiedene Varianten geprüft, bevor man zu dem vorgestellten Konzept gelangt sei, sagte Bergbahn-Vorstand Georg Fahrenschon. «Bei der Stärken- und Schwächenanalyse wurden auch die einheimischen Experten miteinbezogen», sagt er. Sein Vorstandskollege Kröll betonte, die Zustimmung der Talbevölkerung sei die Grundvoraussetzung für eine Realisierung des Projekts: «Wir machen das nur, wenn eine breite Mehrheit von Ihnen das will», sagte er den Walser Bürgern.

Bei der Vorstellung im Walserhaus ernteten die Pläne überwiegend Beifall. Es gab aber auch kritische Stimmen unter den Anwesenden. Die Walserin Ulrike Riezler warnte davor, die neue Bahn auf das Alpbord könnte eine zu große Zahl von Wanderern auf den Ifen befördern. Bahn-Chef Fahrenschon bot an, gemeinsam ein Lenkungskonzept für die Besucher zu erarbeiten, um so eine Lösung für den Ansturm durch die Wanderer zu finden.

Michael Finger vom Bund Naturschutz Oberstdorf forderte ein Verkehrskonzept für die Tagesgäste und warnte davor, die Berge zu einem Vergnügungspark werden zu lassen. «Aus dem Ifen wird kein Disneyland», sagte Augustin Kröll. Der Bergbahn-Chef stellte zudem heraus, dass nur Übernachtungsgäste beworben würden. Darüber hinaus versprach der Vorstand sich dafür einzusetzen, dass gemeinsam mit Gemeinden und zuständigen Behörden ein Verkehrsleitsystem installiert werde, um Besucher rechtzeitig auf geschlossene Bergbahnen und überfüllte Parkplätze hinzuweisen.

Ein Großteil der Walser Bürger, die zu der Informationsveranstaltung ins Walserhaus gekommen waren, äußerten sich positiv zu dem Projekt. «Für die Zukunft der jungen Walser sollte man alles dafür tun, dass das Konzept umgesetzt wird», sagte Tobi Hilbrand. «Es ist an der Zeit, dass wir diese Zukunftschance mit Mut in die Tat umsetzen», forderte Klaus Kessler, Aufsichtsratsvorsitzender der Walser Raiffeisen Holding. «Weil es gut ist für Mittelberg und gut ist fürs Tal.»

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen