EV Pfronten
Bei vereinigten Eissportlern fliegen die Fetzen

Arthur Mörz war stinksauer. Und während der Abteilungsleiter der Eisstockschützen des EV Pfronten bei dessen jüngster Jahresversammlung in der Gaststätte des Eisstadions so schwere Vorwürfe gegen den Verein erhob, zog er am Ende seines Berichts vor etwa 30 Besuchern das Fazit: «Ich bin heute - nach 26 Jahren Zugehörigkeit zum Verein sowie 22 Jahren in einer Führungsposition bei den Eisstockschützen - das letzte Mal auf einer Versammlung des EV Pfronten. Das ist nicht mehr mein Verein, und ich frage mich sogar, ob dies jemals mein Verein war.»

Mörz sorgte damit dafür, dass die nach den Worten des Vereinsvorsitzenden des EVP, Rudi Klammsteiner, von einem «beschämenden Besuch» begleitete Versammlung alles andere als harmonisch über die Bühne ging. Auch wollte Klammsteiner nach Mörz Feststellung, dass es für die Eisstockschützen «auf der sportlichen Seite nicht schwer war, einen besseren Platz als das Eishockeyteam zu erreichen» nicht einfach unkommentiert stehen lassen.

Hintergrund dieses Streits ist, wie bereits berichtet, dass den Eisschützen vonseiten der Gemeinde als Besitzer des Stadions, die Trainingszeit am Dienstagabend gestrichen wurde. Stattdessen bot man der Abteilung an, Sonntagvormittag zu trainieren. Die Schützen um Mörz beklagen, dass ihnen auf die Weise Steine in den Weg gelegt wurden. Obendrein fühlten sie sich vom Verein sträflich im Stich gelassen.

So habe man den Eisschützen klar gemacht, dass man für sie keine Möglichkeit mehr sehe, «Trainingszeit in den Stadionzeiten des Vereins unterzubringen», beklagte Mörz. Und er ergänzte: «Eisstocktraining ist sonntags für uns unmöglich. Wenn wir samstags bei Turnieren bis zu sieben Stunden auf dem Eis stehen, ist ein Training einen Tag später sinnlos.»

Klammsteiner gab zu, dass in der Vergangenheit «beide Seiten Fehler gemacht» hätten. Sein Stellvertreter Jochen Knaebel monierte zudem, dass es «keinen Zusammenhalt zwischen der Eishockeyabteilung und den Eisstockschützen» des Vereins gebe.

Indem er sich unter anderem gegen den Vorwurf wehrte, «wir gäben einheimischen Spielern keinerlei Chance», verdeutlichte auch er, dass beim EV Pfronten derzeit alles andere als Harmonie herrscht. Dazu trägt auch das abermalig schlechte Abschneiden des Eishockeyteams in der Bayernliga bei, wie auch die Tatsache, dass bei den geplanten Ergänzungswahlen für das Amt des Sportwarts ebenso niemand gefunden wurde wie für das vakante Amt des Schriftführers. Zum neuen Jugendleiter wurde dagegen in seiner Abwesenheit Christian Führer bestimmt. (ale)

 

Arthur Mörz erhob schwere Vorwürfe gegen den EV Pfronten. Foto: Berndt

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