Kempten
Bei Schnee und Eis werden Knöllchen etwas sparsamer verteilt

Seit 18 Jahren ist Anneliese Schäffler als Politesse in Kempten unterwegs. Einen Eiskratzer hatte sie beim Knöllchenschreiben im Winter noch nie dabei. «Ich kratze doch nicht anderen die Autos ab», meint sie schmunzelnd. Etwas anders scheint das eine Kollegin von Anneliese Schäffler aus Bamberg zu sehen. Die hatte wie berichtet fein säuberlich den Scheibenwischer eines Wagens freigelegt, um daran ihr Knöllchen zu platzieren. Ganz so päpstlich, sagt Volker Reichle, Leiter des Amts für Verkehrswesen, sei man da in Kempten zur Winterzeit nicht. Wenngleich, betont er auch, nicht alles toleriert werde.

Sechs Planstellen für Politessen hält die Stadt laut Reichle bereit. Und diese seien im Sommer wie im Winter gleich oft unterwegs. Wobei zur kalten Jahreszeit schon ab und an mal ein Auge zugedrückt werde. «Beispielsweise ist die Kulanz bei den Parkmarkierungen größer, wenn viel Schnee liegt», sagt Reichle. Und sei ein Auto eingeschneit, werde die Scheibe nicht extra freigeschaufelt, um nach einem Parkschein zu suchen. Geht die Moral der Autofahrer da nicht manchmal flöten? «Doch», weiß Anneliese Schäffler: «Ist das Wetter schlecht, stellen die Leute ihre Autos oft einfach irgendwohin.» Und genau da setzten die Politessen dann an. «Wir schauen beispielsweise mehr darauf, ob die Halteverbotszonen oder die Feuerwehrzufahrten frei sind.

» Sei das nicht der Fall und ein Knöllchen werde geschrieben, gehe das dann oft an alte Bekannte. «Die Parksünder sind immer wieder dieselben», hat die Politesse beobachtet. Doch auch diese alten Bekannten dürften im Winter auf etwas Milde hoffen und so fließen laut Reichle bei kaltem Wetter ein wenig weniger Verwarnungsgelder an die Stadt.

Doch wo die einen schon mal ein Auge zudrücken, hört für die anderen der Spaß definitiv auf: Bei der Polizei beispielsweise, die bei Sicherheitsmängeln nicht mit sich reden lasse, wie Polizeisprecher Christian Owsinski erläutert:

Falsche Bereifung: Wer bei Eis und Schnee mit Sommerreifen oder auch abgefahrenen Winterreifen unterwegs ist, muss 20 Euro zahlen, wenn er erwischt wird. 40 Euro und ein Punkt in Flensburg werden fällig, wenn durch das Fahren mit falscher Bereifung andere behindert werden.

Gucklochfahrer: Wer zu faul ist, seine Scheiben freizukratzen, wird mit zehn Euro zur Kasse gebeten. Denn es gilt: «Rundumsicht ist gefordert.»

Motor warmlaufen lassen: Das ist verboten und kostet zehn Euro.

Zu ihrer eigenen Sicherheit und zur Sicherheit anderer sollten Autofahrer laut Owsinski aber noch mehr beachten. Beispielsweise sollten auch stets Dach, Heckscheibe und Motorhaube von Schnee und Eis befreit werden und auch Kennzeichen und die Lichter dürften nicht völlig verdreckt sein. Der Polizeisprecher: «Sehen und gesehen werden, ist das Motto.»

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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