Isny
Bei Dethleffs gehts wieder bergauf

Der Reisemobil-Hersteller Dethleffs in Isny (württembergisches Allgäu) sieht Licht am Ende des Tunnels: Wurden die meisten Unternehmen der Caravan-Branche im vergangenen Jahr durch die Wirtschaftskrise noch arg gebeutelt, vermeldet Dethleffs für das Geschäftsjahr 2009/10 sogar ein leicht positives Ergebnis. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz um knapp 20 Prozent. So will der Wohnmobil-Produzent heuer wieder kräftig investieren und sechs Millionen Euro in das Stammwerk Isny stecken.

Hatten sich die Kunden in der Flaute noch sehr stark zurückgehalten, geht es jetzt wieder bergauf. Auf der Jahrespressekonferenz in Isny sprach Geschäftsführer Thomas Fritz von Auftragszuwächsen um über 50 Prozent. Gleichzeitig sei im abgelaufenen Geschäftsjahr der Betriebsaufwand um über 16 Prozent gesenkt worden. Die Personalkostenquote blieb konstant und führte zu einem deutlich verbesserten Ergebnis.

Dethleffs war zwar in der Krise auf die Bremse getreten. So musste zum Beispiel das Tochter-Unternehmen Sunlight nahe Dresden (Sachsen) Kurzarbeit anordnen. Aber nach vier Monaten rief Sunlight schon wieder die 42-Stunden-Woche aus. Laut Fritz habe Dethleffs die Krise dafür genutzt, sich neu aufzustellen. Zum Modelljahr 2010 wurden beinahe in allen Baureihen Änderungen sowohl innen als auch außen vorgenommen.

Und mutig geht es in Isny weiter: Bei den Modellen 2011 werden neue Farben angeboten, die früher bei Reisemobilen undenkbar waren: «Milchgrün» oder «Leuchtender Sand» zum Beispiel. «Wir werden die Akzeptanz genau beobachten», so Fritz. Wenn sich eine Farbe oder eine bestimmte Ausstattung am Markt nicht durchsetzt, werde das auch wieder gestoppt. Insgesamt hat Dethleffs zugunsten der Überschaubarkeit sein Modellprogramm etwas verschlankt.

Gute Kennzahlen

Die guten Kennzahlen haben laut Dethleffs auch ein gutes Banken-Rating ermöglicht. Das heißt, das Isnyer Unternehmen bekommt relativ günstige Kredite. «Das gibt Spielraum für die strategische Weiterentwicklung» (Fritz).

So sollen für mehrere Millionen Euro neue Anlagen für die Bearbeitung neuer Materialien (etwa Glasfaser verstärkte Kunststoffe) sowie neue Maschinen für eine flexiblere und schnellere Möbelteilfertigung angeschafft werden. (bb)

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