Sonthofen / Oberallgäu
Bei der Windkraft ist sich der Kreistag nicht einig

Im Kreistag sind sich nicht alle einig, wo im Oberallgäu Windräder Sinn machen. Das zeigte in der jüngsten Sitzung eine Diskussion über regenerative Energien. So forderte CSU-Fraktionschef Alfons Hörmann, den Regionalplan «aus Verant- wortung für die Landschaft» nicht aufzuweichen. «Der Regionalplan ist nicht der Weisheit letzter Schluss», hielt Altusrieds Bürgermeister Heribert Kammel (Freie Wähler) dagegen. Es gäbe auch im Süden landschaftlich akzeptable Ecken.

Man dürfe sich nicht auf den Regionalplan herausreden, sondern müsse mit Bürgern diskutieren, wo Anlagen sinnvoll sind, sagte Landtagsabgeordneter Thomas Gehring (Grüne). Wildpoldsrieds Rathauschef Arno Zengerle (CSU) regte an, da zu unterstützen, wo Bürger vor Ort mitmachen. Roman Haug (Freie Wähler) betonte die wirtschaftliche Bedeutung regionaler Energieerzeugung. Kritiker fände fast jedes Vorhaben.

Der Wert regenerativer Energien war im Kreistag unbestritten. Sie unterstützen den Klimaschutz und helfen, steigende Energiepreise abzufedern. Den Kurs des Allgäuer Überlandwerks hatte vor der Debatte Geschäftsführer Michael Lucke erläutert. Seine Botschaft: Mit den bestehenden Energiequellen und denen, die sich wirtschaftlich noch errichten ließen, könnte sich das Allgäu selbst versorgen.

Unter einen Hut bringen

Nach den Zahlen für das AÜW-Versorgungsgebiet ließe sich mit Wind, Wasser, Fotovoltaik, Kraft-Wärme-Kopplungen, Holz und Biogas sogar mehr Strom erzeugen, als verbraucht wird. Zu dem Ergebnis kommt die bereits 2008 erschienene PEESA-Studie (Potenziale erneuerbarer und effizienter Stromerzeugung im Allgäu). Um den Anteil regenerativer Energien zu steigern, rät das AÜW neben der Modernisierung bestehender Windkraftanlagen zum Bau von etwa 20 neuen. Dabei müsse man mit Beteiligung der Bürger Natur-, Klima- und Landschaftsschutz sowie die Wirtschaftlichkeit unter einen Hut bringen.

Weiter soll der Wirkungsgrad bestehender Wasserkraftwerke erhöht werden. Dazu käme die Gründung einer Firma «BioEnergie Allgäu» mit ZAK (Abfallzweckverband Kempten) und den Allgäuer Kraftwerken. Die Energieeffizienz könnte ein virtuelles Kraftwerk verbessern, das Stromerzeuger und Abnehmer «intelligent vernetzt».

Laut Landratsamt-Jurist Ulrich Härle regeln Landesentwicklungsplan und Regionalplan Allgäu, wo größere Windkraftanlagen möglich sind. Betreiber könnten aber gegen die Vorgaben klagen.

Mehr zur PEESA-Studie steht im Internet (Rubrik Aktuell) unter:

www.auew.de

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