Oberallgäu / Kempten
Bei den Nachtbussen lief es bis jetzt gut

Festwochenhalbzeit und (bis gestern Abend) gabs seitens der Verkehrsgemeinschaft Kempten - im Gegensatz zum vergangenen Jahr - keine Klagen über Vandalismus in Nachtbussen. Die fahren während der Festwoche täglich um 23.15 und um 0.45 Uhr (bei Bedarf gibts Zusatzwagen auch vor 0.45 Uhr) von der ZUM ab und sind ein kostenloser Service der Festwoche. «Bis jetzt liefs gut, hoffentlich bleibt es so,» sagt der Sprecher der Verkehrsgemeinschaft, Peter Gerke.

Beklagenswert sei allerdings der Unfall vom Wochenende, als ein junger Mann beim Pfeilergraben einem fahrenden Bus hinterherlief, stolperte und mit dem Arm unter den Busreifen kam. Gerke: «Mein Appell: bitte, bitte, nicht den fahrenden Bussen hinterherspringen!» Der Fahrer habe keine Chance, einen neben dem Wagen Laufenden zu erkennen. Wenn ein Bus angefahren sei, halte er in der Regel auch nicht mehr an, um weitere Fahrgäste aufzunehmen. «Aber es kommt bei Bedarf immer ein zweiter Bus oder sogar ein dritter und vierter Wagen,» macht Gerke klar, dass die Busunternehmen Vorsorge treffen.

«Logistischer Kraftakt»

So seien am besucherstarken Samstag auf elf Linien 33 Busse im Einsatz gewesen. Es sei aber freilich ein logistischer Kraftakt die Wagen nachts fast gleichzeitig aus dem ZUM-Gelände neben der Festwoche zu lotsen.

Busfahrer Martin Gabler (45) spricht von gewissen «Stresssituationen», die man als nächtlicher Festwochenbusfahrer meistern müsse. Dazu gehörten «Diskussionen mit stark Alkoholisierten und Verunreinigungen». Verunreinigungen? «Ja, nicht jeder kann das, was er zu sich genommen hat auch in sich behalten. Das kommt dann während der Busfahrt oben wieder raus...», weiß Gabler. Nachts gegen drei Uhr würden er und seine Kollegen deshalb die Busse regelmäßig mit dem Schlauch sauber spritzen. Und was hat sich verändert zu früher? Vor sieben, acht Jahren seien die Busse locker gefüllt gewesen.

«Jetzt sind sie gerammelt voll und das Publikum ist jünger geworden - da geht es im Bus ganz anders zur Sache.» Aber die Gesänge und den Lärmpegel, so Gabler, könne er gut wegstecken. Er hat sogar Verständnis dafür: «Schließlich war ich ja auch mal jung.» (sir)

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