Special Wirtschaft im Allgäu SPECIAL

Oberstdorf
Bei den Mielerts dürfen Kunden auch ins Schlafzimmer

Nur drei angebrannte Kerzen auf dem Kamin deuten darauf hin: Im Schauhaus Mielert in Oberstdorf leben tatsächlich Menschen. Das Fischgrätparkett im Wohnzimmer blitzt, der kleine Teppich unter dem Tisch liegt exakt im richtigen Winkel zur Couch, Persönliches wie Familienfotos gibt es nicht. Und trotzdem: Die Einrichter Gabriele und Heiner Mielert wohnen und arbeiten schon seit drei Jahren in dem Bungalow aus den Siebzigern - auch wenn er auf den ersten Blick eher wie ein teures Möbelhaus wirkt. In der Septemberausgabe hatten es die Mielerts mit dem Haus in die Fachzeitschrift «Schöner Wohnen» geschafft.

Seit 30 Jahren lebt das Ehepaar im Allgäu, beide Partner haben eigentlich eine kaufmännische Ausbildung, das Hobby Einrichten machten sie mit viel Fleiß und dem richtigen Händchen fürs Schöne über Jahre zum Beruf. Gabriele Mielert berät, ihr Mann Heiner ist für die technische Umsetzung zuständig. Kreative Ideen entwickeln die Mielerts gemeinsam.

Fast jeder Kunde wird zunächst nach Oberstdorf eingeladen und darf sich das Wohnhaus des Ehepaars anschauen. Tabus gibt es keine: Die Mielerts führen ihre Kundschaft in den rot gestrichenen Keller ebenso wie ins Bad, die Küche oder das Schlafzimmer. «Wir sprechen mit unseren Kunden doch auch über intime Dinge, fragen etwa: Wie schlafen Sie?», erzählt Gabriele Mielert. In häuslicher, freundschaftlicher Atmosphäre funktioniere das besser, als im Büro.

In England und Frankreich sei diese Arbeitsweise gang und gäbe - in Deutschland arbeite so eine Hand voll Einrichter, erzählt die 61-Jährige. Doch sieht Gabriele Mielert hier die Zukunft ihres Berufs.

Ihre Kundschaft umspanne die ganze Bandbreite - vom Hotelier, über den Privatkunden, der nicht nach Geld frage, bis hin zur 17-Jährigen, die eine Einzimmerwohnung einrichtet. Die Einrichterin schmunzelt, sagt dann: «Die Aufträge mit kleinem Budget sind die spannendsten.» Auch aus 20 Quadratmetern lasse sich etwas Tolles machen, schön aussehen habe nicht mit Geld zu tun. Dabei ist sich die Wahl-Oberstdorferin, die sonst viel bei Partnern im Ausland bestellt, nicht zu schade, mit ihren Kunden

auch bei Ikea einzukaufen.

Abgestimmt wird die Einrichtung auf den Geschmack des Kunden, ihre eigene Handschrift geben die Mielerts dabei dennoch. «Ich sage ganz oft: Da muss nicht noch mehr rein ins Haus, sondern da muss einiges raus.» Minimalismus laute das Zauberwort - rundum umgesetzt im Schauhaus in Oberstdorf. «Ich liebe es, wenn alles ordentlich und aufgeräumt ist, ich putze auch selber», erzählt Gabriele Mielert. Auch wenn keine Kundschaft durch ihre Wohnräume líefe, sähe es nicht anders aus.

Und Privates und Arbeit kombinieren die Mielerts sogar im Urlaub: Auch ihr Ferienhaus auf Rügen ist zugleich Anschauungsobjekt.

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