Transport
Behinderungen auf B12 und A96: Eurofighter wird von Kaufbeuren nach Manching transportiert

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Fragen und Scherze zu defekten Transall-Maschinen, Rissen an Hubschraubern und halbierten Lebenszeiten bei Eurofightern sind erlaubt. Antworten bekommt man nicht. 'Kein Kommentar', heißt es.

Schlagzeilen um Materialschäden bei der Bundeswehr setzen die oberste Dienstchefin Ursula von der Leyen derzeit gehörig unter Druck. Und dann das: Ein Eurofighter, der nicht fliegt, sondern heute Abend auf einem Sattelschlepper vom Kaufbeurer Fliegerhorst nach Manching bei Ingolstadt zur Inspektion gebracht wird. Gestern wurde er in Anwesenheit der Presse verladen.

Es ging nichts kaputt. Elf Meter breit, 16 Meter lang, neun Tonnen schwer, mehr als zweifache Schallgeschwindigkeit in der Luft - doch am Boden wird der Eurofighter wie ein rohes Ei behandelt. Kostet ja auch geschätzte 70 Millionen Euro.

Nach 30 Minuten ist der präparierte Jet mit einem Kranwagen auf den Tieflader gehievt und mit Spanngurten befestigt. Jeder Handgriff sitzt, generalstabsmäßige Planung. 'Nein, Routine ist das nicht', sagt Oberleutnant Chris Holtermann von der Eurofighter-Kooperationszelle in Manching. 'Aber wir haben schon Erfahrung gesammelt.'

Dreimal wurde ein Eurofighter in den vergangenen Jahren auf diese Weise bereits huckepack transportiert. Der Luftwaffenschule und dem heutigen Technischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe, Abteilung Süd, diente das Fluggerät jedes Mal Jahre lang als Schulungsobjekt am Boden, bevor es vom Hersteller Airbus Defence & Space auf den neusten technischen Stand gebracht, betriebsbereit gemacht wird und erneut die Flugzulassung erhält.

Für die Bundeswehr, die Spedition Wocken aus dem Emsland und gut 25 beteiligte Behörden ist das jedes Mal eine logistische Herausforderung. Holtermann schätzt die Vorbereitungszeit für den Transport auf ein halbes Jahr. 'Sicherheitsrelevante Vorrichtungen' ließ die Bundeswehr vor der Fahrt demontieren oder abdecken. Die 'Tailnumber', das Kennzeichen des Flugzeugs, wird nicht sichtbar sein, das Cockpit bekommt eine grüne Haube.

Die Demontage der Tragflächen hätte zwar die Fahrt deutlich erleichtert und verkürzt, aber die Vor- und Nacharbeit komplizierter gemacht, da der Eurofighter ein technisches Gemeinschaftsprojekt mehrerer Nationen ist. Die Finne, also das Seitenleitwerk, und die Triebwerke wurden abgeschraubt.

Die Spedition Wocken hat schon oft für die Bundeswehr gearbeitet, Kampfflugzeuge und Hubschrauber kutschiert. 'Wenn alle ihre Hausaufgaben gemacht haben, funktioniert das', sagt Speditionschef Anton Wocken.

B12 und A96 ab 18 Uhr teilweise gesperrt

Planung ist alles auf dem Weg durch die Stadt, über die B12 und die A96, wo es heute ab 18 Uhr zu Sperrungen und Behinderungen kommt. Doch nicht alles sei vorhersehbar, so Wocken: Verkehrsunfälle oder Falschparker etwa. Im Stadtgebiet werden Schilder und Ampeln demontiert, damit der Lkw durchkommt.

Ein paar Baumäste wird man wohl auch mit Spanngurten wegbiegen. Polizisten, Bundeswehrangehörige sowie Bauhof- und Speditionsmitarbeiter begleiten den Tross. Fahrer Thorsten Broszeit hält die Fahrt durch die Stadt für die größte Herausforderung. Mit Blick auf die vielen erwarteten Zaungäste sagt er: 'Man muss seine Augen überall haben.'

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