Stand 19:20 Uhr
Befürworter feiern 60:40-Sieg beim Bürgerentscheid: Kaufbeuren bekommt ein neues Profi-Eisstadion

Fast eine Stunde nach Schließung der Wahllokale steht es fest: Kaufbeuren bekommt ein neues Profi-Eisstadion. Am Ende des Bürgerentscheids stimmten 8.132 Bürger dafür, für die Stadiongegner gab es 5.419 Stimmen. Prozentual verzeichnen die Befürworter damit einen 60:40-Sieg.

Da das Quorum von mindestens 20 Prozent aller Stimmen erreicht wurde, ist das Ergebnis der Abstimmung nun auch für den Stadtrat bindend. Damit hat der Stadtratsbeschluss für ein neues Eisstadion Bestand. Das Gremium und die Stadtverwaltung dürfen nun die fortgeschrittenen Planungen für die neue Arena zum Abschluss bringen. Die Wahlbeteiligung lag bei 41,3 Prozent.

Das dürfte viele Skeptiker überraschen. Denn im Vorfeld des Bürgerentscheids waren viele davon ausgegangen, dass sich möglicherweise für ein Quorum nicht genügend Wahlberechtigte aufraffen können, ihr Kreuzchen zu machen. Überglücklich zeigte sich der geschäftsführende Vorstand des ESVK, Karlheinz Kielhorn, der die Ergebnisentwicklung beim sonntäglichen Heimspiel der Joker im alten Eisstadion verfolgte.

Dort jubelten die Fans angesichts des Bürgervotums. 'Für den Verein und die Stadt ist das eine großartige Bestätigung', meinte Kielhorn. Sogar Ulrich Fürst, der Initiator des Bürgerentscheids gegen das Profi-Eisstadion, zeigte sich nach eigenen Angaben zufrieden mit dem 'überraschend klaren Ergebnis'. Fürst: 'Die Bürger haben entscheiden. Das war uns wichtig.'

Von einem 'sensationellen Ergebnis' sprach auch Oberbürgermeister Stefan Bosse. Dies sei nun der Auftrag an die Stadtverwaltung, die Planung für ein neues Eisstadion so schnell und günstig wie möglich voranzutreiben.

Während die Wahlhelfer in den Bezirken die Stimmen des Bürgerentscheids auszählten, lief die Partie des ESV Kaufbeuren gegen die Kassel Huskies. Der ESVK verlor das Spiel in der zweiten Bundesliga mit 3:7. Als das Ergebnis des positiven Bürgerentscheids verkündet wurde, feierten und jubelten die Fans trotzdem.

Stand 18:35 Uhr

Während im Eisstadion am Berliner Platz die Zweitliga-Begegnung des ESV Kaufbeuren gegen die Kassel Huskies läuft, fehlen für das vorläufige Endergebnis noch vier von fünf Briefwahlbezirken. Allerdings haben die Befürworter eines neuen Profi-Eisstadions ihr Ziel schon fast erreicht: 6.181 Stimmen habe sie bislang erhalten, für die Stadiongegner gab es 3.952. Setzt sich der Trend in dieser Form fort, wird wohl auch das nötige Quorum von 20 Prozent der Stimmen erreicht.

Stand 18:15 Uhr

Seit einigen Minuten sind die Wahllokale der Stadt geschlossen. Jetzt wird in den einzelnen Bezirken ausgezählt. Die ersten Ergebnisse kamen dabei unter anderem aus dem Stadtteil Kemnat. Nach zwei ausgezählten Bezirken haben die Befürworter 158 und die Gegner 122 Stimmen bekommen. Das darf freilich zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht als allgemeiner Trend gewertet werden..

Gegen 18.30 Uhr erwartet die Stadtverwaltung das Gesamtergebnis. Bis dahin sollten dann auch die rund 3.500 Stimmzettel ausgezählt sein, die per Briefwahl eingegangen sind und möglicherweise das Zünglein an der Waage sein könnten. Insgesamt geht man im Rathaus von einer höheren Wahlbeteiligung aus, als noch beim Bürgerentscheid zum 'Forettle' im Frühjahr 2014.

Im Eisstadion am Berliner Platz ist indessen das Smartphone am heutigen Abend das wichtigste Utensil der Eishockeyfans. Schließlich wollen sie alle auf dem Laufenden sein, wie die Entscheidung zum geplanten Neubau des Kaufbeurer Eisstadions ausfällt. Eines scheint jetzt schon klar zu sein: Das Heimspiel gegen die Kassel Huskies, das in Kürze angepfiffen wird, wird heute Abend wohl zur Nebensache.

Stand 17:30 Uhr

So langsam wird es spannend. In Kürze schließen die 23 Wahllokale in der Stadt, dann soll es laut Stadtverwaltung noch etwa 15 Minuten dauern, bis die ersten Ergebnisse des Bürgerentscheids feststehen. Während es vormittags noch recht schleppend lief, nutzten am Nachmittag mehr Bürger die Möglichkeit, ihr Kreuzchen für oder gegen den Neubau eines profitauglichen Eisstadions zu machen. Aus dem Rathaus heißt es inzwischen, die Beteiligung sei insgesamt etwa höher als beim letzten Bürgerentscheid zum 'Forettle' im Frühjahr 2014.

Ab 18 Uhr treffen sich die Beteiligten der beiden Seiten im Rathaus, um gemeinsam den Ausgang des Bürgerentscheids zu beobachten. Wenige Hundert Meter weiter im Eisstadion am Berliner Platz ist die Stimmung bereits recht angespannt. Ab 18.30 Uhr trifft dort der ESV Kaufbeuren in der DEL2 auf die Kassel Huskies. Die Anhänger des Vereins hoffen zum einen, dass die sportliche Talfahrt des Vereins endlich gestoppt wird. Zum anderen fiebern sie dem Moment entgegen, wenn Vereinsvorsitzender Karl-Heinz Kielhorn gemeinsam mit dem CSU-Staatssekretär Franz-Josef Pschierer auf dem Eis das Endergebnis des Bürgerentscheids verkündet. Das wird wohl in der ersten Drittelpause der Begegnung passieren.

Stand 13:30 Uhr

In einem Bürgerentscheid können die Kaufbeurer seit heute früh um 8 Uhr darüber abstimmen, ob ein neues Eisstadion gebaut wird, das auch für den Profisport tauglich ist. Die Stadt würde dieses Projekt rund 20 Millionen Euro kosten – und das ist den Initiatoren des Bürgerentscheids zu viel des Guten.

Ihnen gegenüber stehen ein mehrheitlicher Stadtratsbeschluss vom Juli des vergangenen Jahres und die Bemühungen der Verantwortlichen und Anhänger des Eissportvereins. Das bestehende Stadion, die Heimat des traditionsreichen Eishockey-Zweitligisten ESV Kaufbeuren ist 45 Jahre alt. Im Dezember 2012 war es wegen akuter statischer Mängel vorübergehend gesperrt worden. Die verantwortlichen Statiker erteilten nur noch bis Mitte 2017 eine Betriebserlaubnis.

Im Vorfeld des Bürgerentscheids gingen beide Seiten von einem knappen Ergebnis der Abstimmung aus. Allerdings glauben viele auch, dass der Entscheid letztlich am geforderten Quorum scheitern könnte. Sprich: Um die eigenen Interessen rechtskräftig durchzusetzen, benötigen beide Seiten jeweils mindestens 20 Prozent der Stimmen. Bei etwa 33.000 wahlberechtigten Kaufbeurern bedeutet das, dass entweder 6.600 Bürger mit Ja oder 6.600 Bürger mit Nein stimmen müssen.

Am Vormittag schien sich diese Befürchtung zu bestätigen. Dem Vernehmen war die Beteiligung an der Abstimmung in den 23 Wahllokalen der Stadt eher zurückhaltend. Auch bei der Briefwahl zeichnet sich das ab: Bis Ende der Woche wurden etwa 3.390 Unterlagen angefordert. Bei den Bürgerentscheiden zum Forettle im Frühjahr 2014 waren es insgesamt 3.837 – damals wurde das Quorum nicht erreicht. Mit ersten Ergebnissen rechnet die Stadtverwaltung gegen 18.15 Uhr, also eine Viertelstunde nachdem die Wahllokale geschlossen haben.

Der Verein hat sich indessen von jeglicher Form der Beschimpfung und Anfeindung distanziert. In einer Pressemittelung heißt es: 'Mit großer Besorgnis erkennen wir als Verantwortliche des ESV Kaufbeuren, dass ein Teil der Befürworter dieses Neubaus mit ihrem Verhalten, vor allem in sozialen Netzwerken, Grenzen überschreiten. […] Grundsätzlich und natürlich auch in diesem Fall eines demokratisch legitimierten Bürgerentscheids darf es zu keiner Form von aggressiver Auseinandersetzung kommen.'

Mehr über den Bürgerentscheid lesen Sie in der Allgäuer Zeitung und den Heimatzeitungen vom 19.01.2015 (Seite 17).

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