Kaufbeuren
Beeindruckt von großer Dankbarkeit

Im Zuge der deutschlandweiten Aktion «Wir helfen Afrika» reiste Professor Heinrich Stiegler zum zweiten Mal in den Benin. In dem afrikanischen Land führte der Chefarzt am Kaufbeurer Klinikum vor allem sogenannte «Shunt»-Operationen durch, die die Blutwäsche für Dialysepatienten einfacher und sicherer machen.

Anlass für den Mediziner, sich an der Aktion zu beteiligen, waren die Berichte eines Kollegen aus Benin, der in der Kaufbeurer Neurologie arbeitet. Er erwähnte, dass es in seinem Land zwar die Möglichkeit der Dialyse (Blutwäsche) gebe, jedoch die damit verbundenen chirurgischen Möglichkeiten mangelhaft seinen. Katheter, die zur Blutwäsche in Hals oder Leiste eingebracht und in Deutschland schnell durch «Shunts» ersetzt werden, blieben sie in Afrika einfach da, wo sie liegen, was häufig zu Blutvergiftungen und zum Tod dieser meist noch sehr jungen Patienten führe, so Stiegler.

Über die Kaufbeurer Hilfsorganisation Humedica wurde deshalb ein Auslandseinsatz mit dem Ziel vorbereitet, Patienten im Benin mit «Shunts» zu versorgen und die Operationstechnik so weiterzugeben, damit die einheimischen Ärzte das Projekt selbstständig weiterführen können. «Wenn man die dort vorherrschenden Bedingungen sieht, wird besonders deutlich, wie privilegiert wir hier in Deutschland mit unserem hohen Versorgungsstandard sind», berichtet Stiegler nachdenklich. Obwohl der Mediziner seine Kollegen an der Universitätsklinik im Benin zu großer Disziplin anhielt, war bald abzusehen, dass für das geplante Pensum von 30 bis 40 «Shunt»-Anlagen ein zweiter Aufenthalt Stieglers in Afrika notwendig sein würde. Deshalb folgte vor Kurzem eine weitere Reise.

Erschwert sei das Anlegen der «Shunts» unter anderem durch die «manchmal nahezu unerträgliche Hitze» gewesen. Hinzu kamen die beinahe täglichen Stromausfälle, die dazu führten, dass das Operationsteam mitunter komplett im Dunkeln saß. Auch die spärlichen Möglichkeiten bei der Diagnostik machten häufig Improvisationen notwendig. «Umstände, die hier bei uns niemals denkbar wären», so der Mediziner. Dem gegenüber stehe eine tiefe Dankbarkeit der afrikanischen Patienten für ihre Behandlung.

Stiegler bewertet seinen Aufenthalt trotz der schwierigen Bedingungen als Erfolg. Zudem lud er mehrere Gastärzte zu einem Praktikum in Kaufbeuren ein.

(az)

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