Kempten
Bedauern bei den Priesterkollegen

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Seinen Rücktritt als Dekan hat wie berichtet der katholische Dekan Dr. Michael Lechner in Augsburg eingereicht. Anlass für den Stadtpfarrer von St. Lorenz sei die Wahl von Weihbischof Josef Grünwald zum Administrator. Lechner sieht darin eine «empörende Perspektivlosigkeit einer Diözese, die offensichtlich das gestalterische Handeln in dieser Situation am ehesten einem angehenden Pensionisten zutraut», heißt es im Rücktrittsgesuch. Mit Respekt und Bedauern nahmen das gestern Priesterkollegen Lechners zur Kenntnis.

Für Dr. Michael Lechner ist die Wahl Grünwalds auch ein Affront gegenüber Pfarrern, Mitarbeitern und Gläubigen vor Ort: «Wenn so unsere Lösungen ausschauen, dann wird es für die Diözese keine Lösung geben.» Er wolle diesen Weg auch deshalb nicht mitgehen, um sich nicht später sagen zu müssen, er habe die Loyalität dem klaren Wort vorgezogen.

Dass jemals ein Dekan im Dekanat Kempten sein Amt abgab - daran kann sich Pro-Dekan Roland Buchenberg nicht erinnern. Doch den Schritt Lechners «muss man respektieren». Es sei allerdings schade, denn Lechner habe gerade in der Stadt Kempten gute Arbeit geleistet und gut mit ihm zusammengearbeitet. Bei der Organisation der neuen Pfarreienstruktur werde er fehlen. Momentan werde die wohl erst mal ruhen.

«Ziemlich erschrocken», war Pfarrer Rupert Ebbers, der für die Pfarreien St.Hedwig, St.Michael und Heiligkreuz zuständig ist, als er per E-Mail vom Rücktritt des Dekans erfuhr: «Ich glaube, dass das nicht gut ist für unser Dekanat.» Er habe Dr. Michael Lechner als «sehr intellektuellen Menschen» kennengelernt, einen mit einer Vision. «Wirklich beachtlich» sei gewesen, was Lechner in der Entwicklung des gesamten Pastoralkonzepts geleistet habe, ehrenwert, dass er auch Fehler zugab. Ebbers akzeptiere den Schritt Lechners. Dennoch sei es schade, dass dieser nicht länger Dekan sein wolle.

Telefonischen Kontakt mit Lechner hatte Regional-Jugendseelsorger Klaus Hellmich aus Kempten nach dessen Rücktrittserklärung. Er findet die Entscheidung «bedauerlich». Die Kirche brauche im Moment Leute, die anpacken, die etwas bewegen können. Ein bisschen Hoffnung hegt er noch, dass das letzte Wort doch noch nicht gesprochen ist: «Vielleicht gibt es ja noch eine Entwicklung.» (be/se)

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