Kreisversammlung
BDM sieht Erfolg: Milchpreis steigt weiter an

Die Blütenteppiche des Löwenzahns werden dichter, immer mehr Vieh tummelt sich auf den Allgäuer Wiesen. Da geht vielen Menschen das Herz auf, aber wie ist es um die Gemütslage der Bauern bestellt? Waren sie doch im Jahr 2009 nach einem fast beispiellosen Milchpreis-Abwärtssturz ins Tal der Tränen gefallen - mit gerade noch 22 Cent pro Kilogramm fürs weiße Gold. Jetzt haben sich die Gesichter aufgehellt, und Romuald Schaber, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM), bleibt ohnehin gelassen und optimistisch. Dass der Milchpreis nun wieder auf 32 bis 33 Cent gestiegen ist «und bis Herbst noch ein Potenzial nach oben haben sollte», ist für den Verfechter bäuerlicher Interessen auch ein Ergebnis des BDM-Einsatzes.

Allerdings, so Schaber vor den 150 Mitgliedern des Kreisverbandes Oberallgäu in Sulzberg, sei man vom Vollkostenpreis von mindestens 40 Cent noch ein gutes Stück entfernt. Und zweitens könne niemand wirklich sagen, wie lange der Michpreisfrühling anhalte.

Der BDM und sein europäischer Arm, das «European Milk Board» (dessen Chef der Petersthaler auch ist), hätten bisher lediglich Teilerfolge auf dem Weg zur flexiblen Milchmengensteuerung in Erzeugerhand erzielt. Denn EU-Kommissare würden für Überraschungen sorgen. «So ist der Vorschlag abstrus, die nationale Erzeugerbündelung auf 33 Prozent zu beschränken, während die Molkerei-Industrie fröhliche Fusionitis feiern darf, schimpfte Dr. Andrea Beste, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit der Milcherzeugergesellschaft Milch Board.

Am meisten Beifall heimste sie im «Hirsch»-Saal ein, als sie dem Jammern der Molkereien gegenüber hohen Gewinnmargen des Handels überhaupt nichts abgewinnen konnte: «Dann soll die Milchindustrie halt mit den Erzeugern gemeinsam als Verhandlungspartner auftreten», empfahl sie den Handelskritikern. Auch Gerichte würden den Bauern noch Prügel in die Beine werfen, ärgerte sich Schaber. So sei die Berechtigung des Namens «Die faire Milch» angezweifelt worden. «Wir wollen Rechtsmittel einlegen», gab sich Schaber kämpferisch. Denn immer mehr Verbraucher würden die hochwertige Milch mit 40 Cent Garantie-Auszahlung an den Erzeuger kaufen.

Überhaupt sei die Mehrzahl der Verbraucher auf Seiten der Bauern - und so könne der ab 2012 mögliche Volksentscheid auf Europa-Ebene auch landwirtschaftlichen Interessen dienen, wenn vorher keine auf Dauer auskömmlichen Preise zu erreichen seien. «Unerklärlicherweise», so Schaber und Dr. Beste, könnte man ausgerechnet vom Bauernverband keine Unterstützung erwarten, wenn es um die «dringend notwendige Marktmachtbündelung der Erzeuger» gehe. Offenbar setze der Bauernverband einseitig auf Prämien und damit auf Leistungen der Steuerzahler. Dieses Denken gehört nicht zum Selbstverständnis eines Romuald Schaber. «Denn gemeinsam könnten wir einen anständigen Preis für hochwertige Lebensmittel durchsetzen.»

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