Kirche
Bayerische Oberhirten feiern Gottesdienst in St. Martin und würdigen heilige Crescentia

Dass das keine normale Abendmesse in der Stadtpfarrkirche St. Martin wird, fiel selbst den ahnungslosen Passanten in der Kaufbeurer Innenstadt deutlich auf: Vor und in der Kirche hatten Kamerateams ihre Technik aufgebaut, Film-Scheinwerfer leuchteten das Gotteshaus und den Kirchplatz aus und schon eine halbe Stunde vor dem Beginn der Messe waren die Kirchenbänke gut gefüllt. Anlässlich ihrer Tagung in Irsee statteten die bayerischen Bischöfe der Wertachstadt einen abendlichen Besuch ab und zelebrierten einen Pontifikalgottesdienst in St. Martin.

Unter den Klängen der Stadtkapelle liefen die Bischöfe, Weihbischöfe und die Kaufbeurer Geistlichen vom Crescentiakloster, wo sie sich umgezogen hatten, zur Pfarrkirche. Den festlichen Einzug und große Teile des Gottesdienstes gestalteten dann Chor und Orchester von St. Martin musikalisch. Zu hören war die «Missa quadragesimalis» des Irseer Barockkomponisten Meinrad Spieß.

Konrad Zdarsa, der als Bischof von Augsburg quasi der Gastgeber der Bischofskonferenz ist, zeigte sich zufrieden mit der Entscheidung, diese in Irsee und Kaufbeuren abzuhalten. Die Stadt und ihr Franziskanerinnenkloster stünden für «750 Jahre gelebtes Glaubenszeugnis».

Auch Kardinal Reinhard Marx, der Erzbischof von München-Freising, sprach von einem «besonderen Ort». Neben den beiden stand auch der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick am Altar, um den sich die weiteren Bischöfe im Halbkreis aufgestellt hatten. Stadtpfarrer Thomas Renftle und der Oberbeurer Diakon Alfred Fraidling assistierte den Zelebranten.

Marx ging in seiner Predigt zunächst auf Sinn und Gestaltung der Fastenzeit ein. Das Fasten erlebe derzeit zwar eine «bemerkenswerte Renaissance». Doch der bewusste Verzicht müsse für Christen mehr sein als ein Fitness- oder Diätprogramm. Die österliche Bußzeit solle den Menschen ihre Grenzen aufzeigen, vor allen denen, «die kein Maß mehr kennen».

Immer mehr zu wollen und das auch auf Kosten der Mitmenschen oder der Umwelt führe zu einer «Zivilisation des Todes». Wenn nur noch ökonomische und technische Kriterien das Handeln bestimmen, «dann ist man auf der abschüssigen Bahn». Umso mehr seien die Christen gefragt, die «große Botschaft» ihres Glaubens zu leben und «öffentlich Zeugnis zu geben, wo die Grenzen des Menschen liegen». Nach dem Gottesdienst führte dann eine von vielen Kerzen und Fackeln erleuchtete und von der Stadtkapelle angeführte Prozession in den Hof des Crescentiaklosters. Dort wurden die hohen Gäste von Generaloberin Schwester Regina Winter willkommen geheißen. Marx und Zdarsa stellten bei der anschließenden Andacht die Rolle der heiligen Crescentia als Ratgeberin für viele Zeitgenossen in den Mittelpunkt.

Ihre Weisheit mache die Kaufbeurer Heilige zu einer idealen Begleiterin und Fürsprecherin - auch für eine Bischofskonferenz. »Allgäu-Rundschau, Bayern

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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