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Bayerische Bischöfe pilgern zu Kaufbeurens Patronin Crescentia

So eine Prozession sieht man nicht alle Tage - schon gar nicht in Kaufbeuren. Ein Kardinal, acht Bischöfe, etliche Weihbischöfe und weitere Geistliche zogen am Mittwochabend zusammen mit vielen Gläubigen durch die Wertachstadt. Im Zuge der Konferenz der bayerischen Bischöfe im Schwäbischen Bildungszentrum im Kloster Irsee statteten die katholischen Oberhirten auch der Nachbarstadt einen Besuch ab - vor allem um der Stadtpatronin, der heiligen Crescentia, ihre Ehre zu erweisen.

Zum Auftakt der abendlichen Stippvisite der Bischöfe in Kaufbeuren gab es einen festlichen Gottesdienst in der voll besetzten Stadtpfarrkirche St. Martin. Zelebranten waren der Münchner Erzbischof Reinhard Kardinal Marx, der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick und der Augsburger Oberhirte Konrad Zdarsa. Marx appellierte in seiner Predigt, die von Gott dem Menschen gesetzten Grenzen zu akzeptieren und nicht auf Kosten der Mitmenschen und der Umwelt maßlos zu werden. Das Atomunglück in Japan, aber auch der «entfesselte Kapitalismus», der sich in der Finanzkrise offenbarte, oder der Umgang mit menschlichen Stammzellen seien Beispiele für menschliche Maßlosigkeit, der Christen überzeugt entgegentreten müssten.

Der zweite Teil des Besuchs stand ganz im Zeichen der Crescentia von Kaufbeuren. In einer Lichterprozession waren Bischöfe und Gläubige durch die Innenstadt zum Franziskanerinnenkloster gezogen, wo die Stadtpatronin lebte und wirkte. Im Klosterhof würdigten Marx und Zdarsa die Klosterschwester, die von vielen Zeitgenossen als weise Ratgeberin geschätzt worden sei. Nach dem öffentlichen Teil der Andacht begaben sich die Bischöfe in die kleine Klosterkirche, um vor dem gläsernen Sarkophag der Heiligen zu beten.

Doch die Würdenträger zeigten sich nicht nur von der Kaufbeurer Patronin beeindruckt, sondern auch von ihrer Stadt.

Er freue sich sehr, dass Kaufbeuren den zehnten Jahrestag der Heiligsprechung Crescentias und das 750-jährigen Bestehens des Klosters heuer mit einem großen «Glaubens-Fest» feiert, so Zdarsa, der zusagte, bald wieder in die Wertachstadt zu kommen. Auch Kardinal Marx wird im Zuge der Jubiläumsfeierlichkeiten Mitte Mai nach Kaufbeuren zurückkehren.

Bevor sich die Bischöfe in Irsee wieder in Klausur begaben, wurden sie von der Stadt noch offiziell im Rathaus empfangen. Nach der Eintragung ins Goldene Buch gab es dort bei Bockbier und den traditionellen Kaufbeuren Fastenbrezen einen lockereren Gedankenaustausch.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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