Ludwigshöhe
Bauschäden an Reihenhäusern werden nach jahrelangem Streit behoben

Die Sanierung der blauen Reihenhäuser auf der Ludwigshöhe steht jetzt an. So wurden vergangenes Jahr alle 28 Häuser am östlichen Stadtrand von der Bau- und Siedlungsgenossenschaft (BSG) Allgäu und dem TÜV-Süd überprüft und die Mängel protokolliert. Wobei diese weit geringer ausgefallen seien, als angenommen, wie BSG-Vorstand Mario Dalla Torre erklärt. Derzeit werden Sanierungskonzepte für jedes einzelne Haus erstellt und ab März soll dann die Beseitigung der Schäden starten. Geplant ist, dass bis zum Ende des Jahres die Sanierung abgeschlossen ist. Die Vorgeschichte: Im November 2009 kam es vor dem Oberlandesgericht Augsburg zu einem Vergleich, nachdem 25 Hausbesitzer geklagt hatten. Sie forderten damals Abriss und Neubau ihrer Häuser, womit sie allerdings auch in zweiter Instanz scheiterten. Stattdessen ordnete der Richter eine Sanierung der Reihenhäuser unter Aufsicht eines Gutachters an.

Die Niedrigenergiehäuser mit Pultdach waren Ende der 90er Jahre unter dem Titel «Das bezahlbare eigene Haus» als staatlich gefördertes Modellprojekt entstanden. Allerdings beklagte die Mehrzahl der Bewohner von Anfang an Baumängel, die bereits 2003/2004 zu einer ersten Sanierung von Dächern und Fassaden bei einem Teil der Häuser führte.

Die erneute - vom Oberlandesgericht angeordnete - Sanierung hatten die BSG und die ausführende Baufirma Geiger den Hausbesitzern schon nach der ersten Instanz angeboten, in der ihre Klage am Landgericht Kempten abgewiesen wurde.

Schäden protokolliert

Die Prüfung: Wie Dalla Torre mitteilt, wurde gemäß dem Vergleich von der BSG vergangenes Jahr ein Baugrund-Gutachten eingeholt sowie die Statik der Häuser überprüft. Beide Gutachten hätten nochmals bestätigt, dass die Häuser sanierungsfähig sind. Die Gutachten seien den Hausbesitzern zur Prüfung zugesandt worden. Allerdings hätten sich die letzten Eigentümer erst im November schriftlich damit einverstanden erklärt. Daher konnte nicht schon vergangenes Jahr mit der Sanierung begonnen werden.

Mittlerweile hat die BSG - begleitet von einem Sachverständigen des TÜV und der Baufirma Geiger - jedes Haus besichtigt und die Mängel protokolliert.

Die Mängelbeseitigung: Aufgrund dieser Protokolle werden derzeit die Sanierungskonzepte erarbeitet und vor der Mängelbeseitigung den Hausbesitzern zur Prüfung zugesandt. «Wobei die vorgefundenen Schäden von Haus zu Haus sehr unterschiedlich sind», erläutert Dalla Torre. In manchen gebe es fast keine Mängel, in manchen wieder mehr. In einem Fall müsse der Keller saniert werden.

Grundlage der Sanierung ist das Gutachten des Münchner Ingenieurs Reiner Pelzel, das auch vom Oberlandesgericht anerkannt wurde. Allerdings hatte Pelzel nicht jedes Haus untersucht und jeweils die Mängel darin aufgelistet, sondern Stichproben durchgeführt und ein allgemeines Schadensverzeichnis zusammengestellt.

Dach und Dämmung

Die Hausbesitzer: «Für uns ist jetzt die entscheidende Frage, welche der Mängel, die Pelzel festgestellt hat, in unseren Häusern anerkannt werden», sagen die von der AZ befragten Eigentümer übereinstimmend. Wobei fast alle der BSG attestieren, dass sie nach dem Prozess korrekt vorgegangen sei.

Einige klagen über eine mangelhafte Wärmedämmung in den Fassaden, andere über ein undichtes Dach oder Risse in den Wänden. Und manches ist zwischen den Bewohnern und dem TÜV-Gutachter auch strittig: Deutet ein nasser Keller auf einen Bauschaden hin oder ist dafür nur mangelndes Lüften verantwortlich? Worin sich aber alle Bewohner einig sind: «Hoffentlich ist am Ende alles gut und es kehrt endlich Ruhe ein.»

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