Umwelt
Baumsterben im Allgäu: die Esche als Problemfall

Ein gesunder Wald soll von Nadel- und Laubbäumen durchmischt sein - so zumindest sehen es heute viele Experten. Für Fichtenbestände seien besonders Zupflanzungen von Eschen geeignet, um ein gesundes Verhältnis zu erreichen. Doch diese sind derzeit ein Problemfall: Immer mehr Triebe der Bäume erkranken. << Das Eschentriebsterben greift um sich >>, erklärte Gerhard Limmer, Forstdirektor im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF).

Neue Studie

Nun weist Limmer auf eine Studie der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) hin, wonach der Erreger gefunden wurde. Bereits seit 2008 werde das Eschentriebsterben beobachtet - vor allem im Südosten und Nordwesten Bayerns starben Triebe und Teile der Kronen der Bäume ab: << Schüttere Belaubung, abgestorbene Äste, Verbuschung der Kronen und frühzeitiger Laubfall >>, präzisiert die LWF. Spätestens seit 2010 war aber das Phänomen auch im Ostallgäu anzutreffen, berichtet Limmer. Zunächst war die nichtinfektiöse Nebenfruchtform << Chalara fraxinea >> dafür verantwortlich gemacht worden.

Doch der Pilz ist eine Folgeerscheinung des << Falschen Weißen Stengelbecherchens >>, der als << Verursacher für das Eschentriebsterben identifiziert >> wurde, schreibt die LWF. Der Pilzbefall der Eschen ist nicht nur aus ökologischen und ästhetischen Gründen von Bedeutung, denn er trifft auch die Holzwirtschaft: Eschen unterstützen die flach wurzelnden Fichten in gemischten Wäldern und sind als schnell wachsende Bäume ein erheblicher Wirtschaftsfaktor, etwa in sogenannten Kurzumstriebsplantagen, wie es sie auch schon im nördlichen Ostallgäu gibt. Insofern wäre das Absterben ein erheblicher ökologischer und finanzieller Verlust.

Doch die Studie der LWF macht Mut. << Die Anfälligkeit der Eschen gegen den Pilzbefall ist nicht gleichstark ausgeprägt. >> Manche Bäume seien nur leicht, andere gar nicht geschädigt. Insofern rät die LWF: << Nach den derzeitigen Erkenntnissen der Wissenschaftler besteht kein Anlass, erkrankte Bäume generell zu entnehmen. >>

Vielmehr sollten nur ältere Bäume geschlagen werden, bei denen die Gefahr der Holzentwertung akut sei. Und es sollte auf Rückschnitte und das Anlegen neuer Eschenkulturen verzichtet werden. Limmer rät zudem vom Einsatz chemischer Keulen dringend ab. Stattdessen empfiehlt die LWF ein << aktives Beobachten >>.

Die Waldbesitzer sollten vom Stengelbecherchen befallene Bäume notieren und den Krankheitsverlauf aufmerksam studieren. Alles sei möglich: dass benachbarte Eschen erst gar nicht befallen werden, Selbstheilung bereits befallener Bäume bis hin zur fortschreitenden Krankheit. Nur im letzteren Fall solle der Baum dann entnommen werden.

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