BadWörishofen / Allgäu
Bauindustrie übt Kritik am veralteten Schienennetz

«Schwabens Schienen - Wege zu moderner Mobilität», lautete der Titel, mit dem der Bayerische Bauindustrieverband Experten eingeladen hatte, um mit ihnen über Anforderungen an den Verkehrsträger Schiene und aktuelle Projekte für die Region Schwaben zu diskutieren.

Es war kein Zufall, dass die Veranstalter Bad Wörishofen (Unterallgäu) als Konferenzstätte auserkoren hatten, denn der Ort hat einen Bahnanschluss und immerhin ein Drittel der Gäste, die diesen bekannten Kneipp- und Kurort besuchen, reisen mit der Bahn an, wie Bürgermeister Klaus Holetschek hervorhob.

Doch von «moderner Infrastruktur» kann in Bayern keineswegs die Rede sein, wie gleich der erste Referent, Günther Schnellbögl vom Bayerischen Bauindustrieverband, provokant hervorhob: «Das bayerische Schienennetz ist im Wesentlichen noch so, wie es zu Zeiten König Ludwigs I. schon war». Selbst für die Verbindung von Wirtschaftszentren wie Ulm- Ingolstadt-Regensburg braucht ein Bahnfahrer 4,5 Stunden, ein Autofahrer schafft das zwei Stunden schneller.

Eingleisige Streckenabschnitte, Kurven und Steigungen, enge Tunnels und mangelhafte Bahnübergänge würden das Schienennetz störanfällig machen, begrenzten die Kapazität und zwängen Züge, langsam zu fahren.

Als entscheidenden Grund für diesen unmodernen Zustand des Schienennetzes sieht Diplom-Ingenieur Roland Filippi, Vorsitzender des Bezirksverbandes Schwaben der Bayerischen Bauindustrie, Chef der Memminger Bauunternehmens Hebel und Moderator der Veranstaltung, die falsche Regelung der politischen Zuständigkeiten: «Zwischen dem Betriebsinteresse, das eindeutig in den Regionen liegt, und der zentralen Streckenverantwortung, die dem Bund zugeordnet ist, liegt eine viel zu große Entfernung.»

Kein Initiativrecht der Länder

Filippi beklagte, dass anders als im Bundesfernstraßenbau die Länder bei der Schiene kein Initiativrecht und kein Planungsrecht hätten. Dies zu ändern ist für Filippi eine wichtige politische Forderung des Verbandes.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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