Kempten / Oberallgäu
Bauern wollen Geld für Leitungen auf ihrem Grund

Nicht nur der zu niedrige Milchpreis, sondern auch die Preise für Strom und Wasser geben Bauern Anlass zum Klagen. Die Meinungen zu den Forderungen sind geteilt. Auf einer Podiumsdiskussion sprach sich der Oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser dafür aus, dass die Gemeinden den landwirtschaftlichen Betrieben Ermäßigungen gewähren könnten. Der «Spielraum» dafür sei definitiv da; die Regelung müsse dann aber für alle Unternehmer gelten. Anton Klotz, Oberallgäuer Kreisvorsitzender des Gemeindetags, meint dagegen, dass die Gemeinden im Allgäu bei der Wasserversorgung kaum etwas für die Bauern tun könnten: «Da meist nur ein Viertel aller Betriebe an die jeweilige kommunale Wasserversorgung angeschlossen ist, wären die erzielten Effekte minimal», sagt er.

Linda Breining, selbst Bäuerin und Oberallgäuer CSU-Kreisrätin, weist darauf hin, dass die Grundstücke der Landwirte für die kommunale Wasserversorgung genutzt werden: «Auf unseren Grundstücken verlaufen Leitungen und Wasserschutzgebiete, dafür sollten wir Ermäßigungen bekommen - zumindest für den Verbrauch, der über den eines normalen Haushalts hinaus geht.» Die einfachste Lösung für Breining: «Bis zu einem Sockel von 500 Kubikmetern zahlen wir Konzessionsabgaben, darüber hinaus werden wir befreit.»

Diese Sockellösung gibt es bereits bei der Stromversorgung, jedoch nicht in allen Allgäuer Gemeinden.

«Damit würden wir uns ja schon abfinden», sagt Breining, «aber dass manche Gemeinden die Konzessionszahlungen der Stromversorger einstecken und die Landwirte Grundsteuer und Konzessionsabgaben zahlen lassen, ist nicht gerecht - und das obwohl Masten auf ihren Privatgrundstücken stehen.»

Auch Klotz sieht die Sockellösung bei der Stromversorgung als universelle Regelung für das ganze Allgäu: «Es wäre für die Gemeinden tragbar, wenn alle Betriebe ab einem Verbrauch von über 5000 Kilowattstunden von den Abgaben befreit werden. Das entlastet immerhin um 200 bis 300 Euro pro Jahr», erklärt der Gemeindetagsvorsitzende.

Bei den Stromversorgern selbst gebe es nichts mehr zu holen: «Wir bieten den Landwirten bereits speziell vergünstigte Tarife, die sich nach der Größe des Betriebs berechnen», sagt Michael Lucke, Geschäftsführer des Allgäuer Überland Werkes in Kempten.

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